Euroraum: Italien im Fokus

Der Monat Februar verspricht für den neu gewonnenen Optimismus an den Märkten einen ernsthaften Härtetest. Die sich nähernde Wahl in Italien würde im Fall eines Wahlsiegs Berlusconis das Vertrauen in Italien und sogar das bis dahin hart erarbeitete Vertrauen in die gesamte Eurozone auf den Prüfstand stellen. Die europäischen Rentenmärkte versehen die kommenden Ereignisse mit der größtmöglichen Aufmerksamkeit. So haben jüngste Aussagen über steuerpolitische Pläne Berlusconis zu einem gewissen „Schluckauf“ am Markt geführt, der durchaus als Indikation für die Richtung und die Stärke möglicher Ausschläge europäischer Staatsanleihen nach einem Triumph Berlusconis herangezogen werden kann. Viele Szenarien wären nach einer derartigen Wendung denkbar, die meisten sehr negativ – mit schlechterdings unvorhersehbaren Dominoeffekten für die Eurozone. Diejenigen Erwartungen, die in den Notierungen am Rentenmarkt zum Ausdruck kommen, gehen allerdings in Richtung Fortsetzung des Reformweges, eingeschlagen von Mario Monti, und in Richtung Fortführung des seit Beginn des laufenden Jahres vorherrschenden Markttrends. Von „eingepreistem“ politischem Risiko kann einstweilen keine Rede sein; ein Beleg hierfür findet sich nicht zuletzt in einer relativ schnellen Rückkehr zu angestammten Renditeniveaus nach den Äußerungen Berlusconis. Wir gehen davon aus, dass das Mitte-Links-Bündnis Bersanis seinen Vorsprung aus den letzten Wahlumfragen halten kann und die neue Regierung in Italien ohne Berlusconi gebildet wird.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *