Was macht die schwedische Riksbank als Nächstes?

Die Schwedische Krone konnte gegenüber dem Euro nach der jüngsten Sitzung der Notenbank deutliche Kursgewinne verzeichnen. Die Riksbank beschloss, den Leitzins mit  1,00% unverändert zu lassen. Die Reaktion der schwedischen Landeswährung verdeutlicht allerdings, dass viele Marktteilnehmer von der Entscheidung der Notenbank auf dem falschen Fuß erwischt worden waren. Statt mit unveränderten Zinsen hatten einige Investoren eine Senkung der Repo-Rate erwartet und diese entsprechend eskomptiert.

Aus Sorgen vor den Auswirkungen der EWU-Schuldenkrise hat die Riksbank die Leitzinsen seit Dezember 2011 bereits vier Mal um jeweils 25 Basispunkte auf nunmehr 1,00% gesenkt. Damit befindet sich die Repo-Rate auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren, und auch historisch betrachtet sind die Leitzinsen gering. Trotz des bereits niedrigen Zinsniveaus besteht noch Raum für weitere Zinssenkungen. Wir halten angesichts der nach wie vor mit Unsicherheit behafteten weiteren Entwicklung der schwedischen Wirtschaft und der momentan weit unter dem Inflationsziel der Riksbank liegenden Verbraucherpreise eine Senkung der Repo-Rate um 25 Basispunkte für durchaus angemessen. Mit Blick auf die jüngst etwas restriktiveren Aussagen der Währungshüter erachten wir die Aussichten für eine Zinslockerung gegenüber einem unveränderten Zinsniveau im April zwar als relativ ausgeglichen. Angesichts der aufgeführten Punkte halten wir es dennoch für wahrscheinlicher, dass es im Rahmen der nächsten Sitzung zu einer Zinssenkung auf 0,75% kommt, als dass die Riksbank eine abwartende Haltung einnimmt und die Leitzinsen unverändert lässt.

Und wie sollte die Schwedenkrone darauf reagieren? Während im Sommer noch die Diskussion um die Schwedische Krone als einem der potentiell neuen Sicheren Häfen dominierte und diese gegenüber dem Euro vorübergehend auf ein 12-Jahreshoch klettern konnte, rückte die Thematik mit der sich doch nicht so widerstandsfähig wie erwartet zeigenden schwedischen Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte deutlich in den Hintergrund. Handelsgewichtet nähert sich die schwedische Landeswährung derzeit wieder den Rekordständen aus den Sommermonaten, und auch gegenüber dem Euro konnte sie zuletzt wieder deutlich zulegen. Die von uns für April erwartete Zinssenkung spricht auf Sicht von drei Monaten allerdings tendenziell wieder für eine schwächere Krone.

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