Japanische Verhältnisse auch im Euroraum?

In Japan liegen die Geldmarktzinsen und die Renditen sprichwörtlich „am Boden“. Trotz einiger Gemeinsamkeiten im Hinblick auf Krisenverläufe und Gegenmaßnahmen gehen wir nicht davon aus, dass „japanische Verhältnisse“ am Geld- und Kapitalmarkt in der Europazone vollends Einzug halten werden. Sofern die laufende Restrukturierung des Bankensektors in Europa von Erfolg gekrönt sein wird und eine Deflation weiterhin vermieden werden kann, sollte die EZB auf mittlere Frist in der Lage sein, auch das Zinsniveau am kurzen Ende wieder nach oben anzupassen, ohne „mittlere Katastrophen“ auszulösen. Auch für das lange Ende der Renditestrukturkurve erwarten wir Niveaus oberhalb der in Japan etablierten. Die Entwicklung am langen Ende ist aber insbesondere abhängig von einer dauerhaften Entspannung der Schuldenkrise in Europa. Solange jedoch die wirtschaftlichen Probleme gerade im Süden Europas nicht behoben sind, dürften die Bund-Renditen vorerst keinen weiteren deutlichen Anstieg verzeichnen.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *