Erholung am US-Häusermarkt wird sich 2013 weiter fortsetzen – Bau liefert wichtige konjunkturelle Impulse

Die Hauspreise sind in den Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr landesweit um rund 3 Prozent gestiegen – dies war im Jahresdurchschnitt die erste positive Wertentwicklung seit fünf Jahren. Auch 2013 dürfte sich die Erholung weiter fortsetzen, die Preise werden wohl in ähnlicher Größenordnung zulegen. Da die kräftig gestiegenen Baugenehmigungen auf eine weitere Zunahme der Bautätigkeit hinweisen und zusätzlich eine immer noch große Zahl an Zwangsverkäufen das Angebot hoch hält, halten wir die Gefahr übertriebener Preissteigerungen derzeit für gering. Die Nachfrageseite wird aber durch die deutlich verbesserte Erschwinglichkeit vor allem für Erstkäufer gestützt. Dass diese wieder auf den Markt zurückgekehrt sind, kommt in den kräftig gestiegenen Verkäufen von bestehenden Häusern zum Ausdruck. Die jüngeren Hauskäufer hatten offensichtlich das Ende des preislichen Abwärtstrends abgewartet und realisieren jetzt den Wunsch nach einem Eigenheim, hauptsächlich bei den preiswerteren älteren Häusern.

Insgesamt kommt die Wiederbelebung des US-Häusermarktes in einer kräftigen Zunahme der Marktaktivität zum Ausdruck, so erreichte die Zahl der verkauften Häuser 2012 die Marke von fünf Millionen Einheiten. Gleichzeitig erhöhte sich die Umschlagsgeschwindigkeit des Marktes, wodurch die Zahl der zum Verkauf stehenden Häuser im Jahresverlauf kräftig zurückging: Im Dezember wurde sogar der niedrigste Wert seit Januar 2001 verzeichnet. Auch im laufenden Jahr dürfte die Zahl der Transaktionen weiter steigen, allerdings rechnen wir mit einer etwas schwächeren Dynamik als im vergangenen Jahr. 2013 profitieren nach unserer Einschätzung die Verkäufe von neu gebauten Wohnimmobilien stärker von der weiteren Markterholung als die Verkäufe bestehender Häuser. Bei den Neubauverkäufen rechnen wir mit einem Anstieg um rund ein Drittel auf eine halbe Million Einheiten. Das Durchschnittsniveau der vergangenen 30 Jahre würde damit immer noch deutlich unterschritten, so dass auch das vorhandene, noch marktfähige Überangebot weiter abgebaut werden kann.

Der Bausektor dürfte durch die weitere Erholung am Häusermarkt auch in diesem Jahr der konjunkturellen Dynamik einen merklichen Schub geben. Im Januar wurden auf das Jahr hoch gerechnet 925.000 Wohneinheiten genehmigt, dies war der höchste Wert seit Juli 2008 und bedeutet auf Jahressicht ein Plus von mehr als einem Drittel. Den positiven Ausblick für den Bau bestätigen trotz ihres jüngsten Rückgangs auch die Baubeginne, das Vorjahresniveau wurde zuletzt um fast ein Viertel übertroffen. Bei den Bauinvestitionen erwarten wir daher im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um rund sieben Prozent, das wäre der stärkste Anstieg seit 1996. Bereits im abgelaufenen Jahr stand eine Zunahme um sechs Prozent zu Buche, wofür im Wesentlichen der Wohnungsbau verantwortlich war. Wir unterstellen bei unserer Prognose eine wachstumsverträgliche Konsolidierung des Staatshaushaltes und erwarten eine Fortsetzung des Stellenaufbaus, so dass sich die Lage am US-Arbeitsmarkt weiter entspannen dürfte.

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