And the Oscar goes to … US-Dollar

Auch wenn das Jahr 2013 so erfreulich für den Euro begonnen hat, lassen wir uns nicht von den Fortschritten in der Bewältigung der Eurokrise berauschen. Vielmehr wollen wir das freundliche Prognoseumfeld für die USA angemessen würdigen und leiten daraus eine neue, weitaus bullishere USD-Prognose als bisher ab.

Dank der EZB sind die Systemzweifel gegenüber der Eurozone verschwunden. Die Eurozone dürfte zwar das Schlimmste hinter sich haben, aber der künftige Weg ist nicht frei von Hürden, sei es ökonomischer, sei es politischer Natur. Die schwierige Regierungsbildung in Italien ist hier nur einer von vielen Punkten, die das Sentiment eintrüben. Aber selbst bei fortgesetzter Krisenberuhigung sprechen Investorenverhalten und Kapitalumschichtungen innerhalb der Eurozone gegen eine stärkere Euro-Aufwertung – analog zu der Beobachtung, dass der Euro während seiner größten Existenzkrise auch nur relativ wenig abgewertet hat.

In der zweiten Jahreshälfte sollte sich das Marktinteresse dann klar Richtung USA drehen und wir in eine Phase einer klassischen USD-Story eintreten:  Eine überzeugende US-Konjunkturerholung mit einer auch langfristig überzeugenden Wachstumsstory („Fracking“, Immobilienmarkt) verdeckt den Blick auf die noch immer ungelösten US-Strukturprobleme. Die US-Notenbank bereitet in der zweiten Jahreshälfte den geldpolitischen Exit aus den quantitativen Lockerungsmaßnahmen vor, und auch eine US-Leitzinswende zeichnet sich zum Ende des Prognosehorizonts hin ab.

Auch wenn die Eurozone mit Blick auf 2014 deutlich besser dastehen wird als in 2012, schneiden die USA im direkten Vergleich noch besser ab. Mit unserer bearishen Euro-Prognose wollen wir explizit kein erneutes Krisenszenario für die Eurozone suggerieren – trotz der jüngsten Entwicklungen in Italien, die nicht etwa der Anlass für unsere Prognoseänderung sind. Europa wird sich in den kommenden Quartalen erfreulicher entwickeln als noch vor einem halben Jahr zu hoffen möglich gewesen wäre. Die Entwicklung in den USA ist aber eben noch erfreulicher. Aus dem Vergleich, wer die am wenigsten schlecht dastehende Währung ist, dürfte perspektivisch wieder ein Vergleich von relativer Stärke werden. Und hier hat die US-Währung vorerst die Nase vorne.

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