Der Wahlausgang in Italien verunsichert die Märkte

Mit den unklaren Verhältnissen nach der Wahl in Italien haben die Rentenmärkte zunächst mit einer Flucht in den sicheren Hafen der Bundesanleihen reagiert. Es besteht die Gefahr, dass es in Italien zu einer politischen Hängepartie und damit erneut zu einer Verschärfung der europäischen Schuldenkrise kommen wird. Vor dem Hintergrund der Unsicherheit dürften die Bundrenditen auf Sicht der kommenden drei Monate nahe ihrer aktuell niedrigen Niveaus verharren. Da die EZB aber an ihrem Versprechen, bei Bedarf ihr „OMT-Programm“ zu aktivieren, festhält, gehen wir mittelfristig nicht von einer deutlichen Verschärfung der Turbulenzen bei den EWU-Staatsanleihen aus. Letztlich haben die jüngsten Ereignisse nur unsere Sicht bestätigt, dass Rückschläge bei der Bekämpfung der Krise jederzeit auf der Tagesordnung stehen. Die EZB dürfte an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten; eine Verschärfung des geldpolitischen Kurses liegt in Europa in weiter Ferne. Mit einer sich in der zweiten Jahreshälfte aufhellenden realwirtschaftlichen Entwicklung könnte der Druck in Richtung steigender Bundrenditen zunehmen. Eine solche Phase dürfte charakterisiert sein durch einen zunehmenden Risikoappetit der Marktteilnehmer; die Unsicherheiten in Europa sollten langsam nachlassen.

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