Deutsche Konjunktur: Positiv, aber kein Überflieger

Nach den guten bis sehr guten Vorgaben durch Sentimentindikatoren wie den ifo-Geschäftssklimaindex oder auch die Einkaufsmanagerbefragung im verarbeitenden Gewerbe fielen die ersten „harten“ Daten aus dem Industriebereich für das Jahr 2013 etwas enttäuschend aus. So sind die Auftragseingänge in der Industrie im Januar saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 1,9% zurückgegangen. Im Monat zuvor hatten sie sich noch um 1,1% erhöht. Dabei sind die Bestellungen aus dem Inland zuletzt lediglich um 0,6, die aus dem Ausland jedoch um 3,0% gesunken. Einmal mehr spielte die schwache Nachfrage aus dem krisengeschüttelten Euro-Raum (-4,1% gg. Vormonat) die wichtigste Rolle.

Auch bei der Industrieproduktion blieb der Januarwert etwas hinter den recht hoch gesteckten Erwartungen zurück. Die Fertigung stagnierte zu Jahresbeginn, nachdem sie im Dezember noch um 0,6% zugelegt hatte. Einen Rückschlag (-1,5%) verzeichnete das wichtige Investitionsgütergewerbe, dagegen legte die Produktion von Konsumgütern (+1,6%) und bei den Vorleistungen (+0,6%) zu. Die besonders in den Wintermonaten sehr witterungsabhängige und daher stark schwankende Bauproduktion stieg im Januar um 3,0% an, nach einem allerdings schwachen Dezember. Besonders das Ausbaugewerbe zeigte sich zu Jahresbeginn sehr robust.

Insgesamt deutet die verhaltene Entwicklung der Industrieproduktion mit Blick auf die Gesamtwirtschaft auf einen zwar positiven, aber nicht sehr dynamischen Start in das Jahr 2013 hin. Das steht im Einklang mit unserer Konjunkturprognose. Wir erwarten zwar eine leichte Erholung in der ersten Jahreshälfte, eine kräftigere Wachstumsdynamik aber erst fürs zweite Halbjahr. Dann dürfte auch die globale Konjunktur mehr Schubkraft entwickeln, und im restlichen Euro-Raum könnten sich endlich erste Anzeichen für ein Ausklingen der hartnäckigen Rezession zeigen.

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