Einkaufsmanager-Indizes im Euro-Raum: Erholung lässt auf sich warten

Der konjunkturelle Erholungsprozess im Euro-Raum verläuft doch langsamer als es die Stimmungsaufhellung zum Jahresanfang 2013 noch erwarten ließ. Die Einschätzungen der EWU-Einkaufsmanager haben sich im März nach vorläufigen Daten wieder abgeschwächt. Der Composite-Index für den Euro-Raum ist gegenüber dem Vormonat nach vorläufigen Daten um 1,4 Punkte auf 46,5 Punkte zum zweiten Mal in Folge gesunken. Die Märzdaten markieren zudem den stärksten Rückgang seit vier Monaten. Damit bewegt sich der Indikator weiter im rezessiven Bereich unterhalb von 50 Indexpunkten, die Abschwungdynamik der wirtschaftlichen Aktivität in der privaten gewerblichen Wirtschaft hat wieder zugenommen.

Dabei verschlechterte sich die Stimmung in der Industrie und im Dienstleistungsbereich ungefähr in gleichem Ausmaß. Die Wirtschaftsleistung im Währungsgebiet dürfte demnach im ersten Quartal weiter abgenommen haben. Auch für das zweite Quartal ist kaum mit einer merklichen Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Produktion zu rechnen.

Die Entwicklung in den beiden größten Mitgliedsländern Deutschland und Frankreich stellt sich dabei weiterhin unterschiedlich dar. In Deutschland fiel zwar der Composite-Index genauso wie in Frankreich, aber der Rückgang von 53,6 auf 51,0 Punkte spielte sich auf  höherem Niveau ab als bei unseren Nachbarn. Sowohl der Dienstleistungsindex als auch der Index für die Industrie in Deutschland nahmen ab. Der Index für das verarbeitende Gewerbe ist mit 48,9 wieder in den rezessiven Bereich gerutscht, während der Dienstleistungsindex noch immer Wachstum signalisiert, wenn auch mit einer abgeschwächten Dynamik. Zwar signalisieren die neuen Daten keine weitere Schrumpfung des BIP im ersten Vierteljahr nach dem sehr schwachen Jahresendquartal 2012. Dennoch bleibt das Wachstum vorerst schwach, die Konjunktur in Deutschland hat noch nicht wieder richtig Schwung aufgenommen.

In Frankreich verschlechterte sich die Stimmung der Einkaufsmanager nochmals deutlich. Beim Composite-Index wurde ein merkliches Absinken von 43,1 auf 42,1 Punkte verzeichnet, der niedrigste Wert seit nunmehr vier Jahren. Während die Stimmung in der Industrie auf dem niedrigen Wert des Vormonats verharrte, sank der Dienstleistungsindex sogar auf den tiefsten Stand seit 49 Monaten. Von der neutralen Marke von 50 Indexpunkten ist die französische Wirtschaft nun noch weiter entfernt als zuvor. Damit verschärft sich in der zweitgrößten Volkswirtschaft des Währungsraums die Kontraktion in der privaten gewerblichen Wirtschaft zum Ende des ersten Quartals. Wir erwarten deshalb bei der französischen Wirtschaftsleistung einen erneuten Rückgang im ersten Quartal 2013.

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