Finanzmärkte und Wirtschaftspolitik

Die Finanzmärkte haben in den zurückliegenden knapp sechs Jahren seit Ausbruch der Weltwirtschafts-, -finanz-, -fiskal- und Eurokrise sehr sensibel auf die verschiedenen von der Wirtschaftspolitik unternommenen Versuche zur Krisenbekämpfung reagiert. Dabei haben die geld- und fiskalpolitischen Entscheide an den Märkten ein jeweils recht unterschiedliches Echo erfahren.

Unabhängig von den Reaktionen auf die Anleihen von Krisenländern à la Irland, Portugal oder Spanien: Bundesanleihen lassen sich allein von geldpolitischen Entscheidungen beeindrucken, nicht von fiskalpolitischen Entscheidungen à la Gründung eines „Rettungsschirms“. Speziell die im Krisenmodus sehr variantenreich ergriffenen „unorthodoxen“ geldpolitischen Maßnahmen haben in den vergangenen Jahren bei den Bundesanleihen verfangen; hierfür ist im Durchschnitt eine renditetreibende Wirkung auf die Renditen zehn Jahr laufender deutscher Bundesanleihen nachweisbar. Die Leitzinspolitik der EZB ist, über den gesamten Krisenzeitraum seit 2007 betrachtet, als eher marktneutral zu charakterisieren, ebenso wie die Fiskalpolitik. Das Beispiel Zypern zeigt indes: Bis auf weiteres wird es den Finanzmarktteilnehmern erhalten bleiben – das so genannte „Headline risk“.

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