US-Wirtschaft bleibt trotz Belastungen auf dem Wachstumspfad

Nicht nur die Euroländer, sondern auch die Vereinigten Staaten sind zur Konsolidierung ihres Staatshaushaltes gezwungen. Für den Haushaltsstreit, der zunächst zum Jahreswechsel und noch einmal Anfang März seine jüngsten Höhepunkte erreichte, wurden dramatische Bilder wie der „Sturz über die fiskalische Klippe“ gezeichnet. Inzwischen ist klar, dass in diesem Jahr Belastungen in Form von Ausgabenkürzungen, Steuer- und Abgabenerhöhungen mit einem Volumen von rund 1,5 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung auf der US-Wirtschaft lasten. Dies ist jedoch deutlich weniger als das, was zahlreiche Euroländer in den vergangenen Jahren verkraften mussten bzw. noch verkraften müssen.

Wir rechnen unverändert damit, dass 2013 die US-Wirtschaft um rund zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr wachsen wird. Allerdings haben wir den Verlauf unserer Prognose angepasst: Für das erste Quartal weisen die aktuellen Indikatoren auf ein sichtbares Wachstum von annualisiert rund zwei Prozent hin, während im zweiten Quartal die abrupten Kürzungen nur für eine schwache wirtschaftliche Dynamik sorgen dürften. Das Wirksamwerden der automatischen Ausgabenkürzungen in der Art eines Fallbeiles hatten wir für weniger wahrscheinlich gehalten, sondern bis zuletzt mit einer Einigung auf einen milderen Verlauf, also einer zeitlichen Streckung gerechnet.

Trotz der Belastungen durch Kürzungen bei den Staatsausgaben und erhöhte Steuern sowie Sozialabgaben bleibt die US-Wirtschaft auf ihrem Wachstumspfad, der damit das vierte Jahr in Folge andauern dürfte. Das gute Wirtschaftsklima, das auch im Dienstleistungssektor herrscht, lässt einen weiterhin stetigen Stellenaufbau in den kommenden Quartalen erwarten. Zusätzlich entlastet die weitere Erholung des Bau- und Immobiliensektors den Arbeitsmarkt. Die Investitionen in Gewerbebauten dürften von sinkenden Leerstandsraten und teilweise gelockerten Kreditvergabestandards profitieren und ebenfalls das Wachstum stützen. Insgesamt wird sich die Entspannung am Arbeitsmarkt weiter fortsetzen und den privaten Konsum als wichtigen Konjunkturmotor am Laufen halten. Bei gleichzeitig hoher Investitionsdynamik sorgt allein die Binnennachfrage in diesem Jahr für ein Wirtschaftswachstum von rund zwei Prozent. Auch wenn die US-Wirtschaft damit im Vergleich zu den Euroländern kräftiges Wachstum zeigt, so bleibt das konjunkturelle Tempo bisher hinter früheren Erholungsphasen zurück und benötigt weiter die Unterstützung durch die unverändert sehr expansive Geldpolitik der Zentralbank.

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