Zinsausblick der norwegischen Zentralbank

Auf der jüngsten Notenbanksitzung der Norges Bank präsentierten sich die Währungshüter deutlich „dovischer“ als von uns erwartet wurde. Zwar haben auch wir damit gerechnet, dass die norwegische Zentralbank signalisieren würde, dass mit einer Zinserhöhung in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen ist. Dass das geldpolitische Entscheidungsgremium um Notenbank-Chef Olsen sich allerdings deutlich offener als zuvor für eine Senkung der Leitzinsen im Laufe dieses Jahres zeigen würde, kam aus unserer Sicht unerwartet.

Bei ihrer Entscheidungsfindung stehen die Notenbanker in Oslo grundsätzlichen vor einer schwierigen Situation. Auf der einen Seite sprechen die hohe Verschuldung der privaten Haushalte, die Situation am Immobilienmarkt aber auch der konjunkturelle Ausblick tendenziell für höhere Leitzinsen. Auf der anderen Seite sprechen die geringen Verbraucherpreise, die seit geraumer Zeit deutlich unterhalb des Inflationsziels der Norges Bank liegen, sowie die Stärke der Krone tendenziell gegen eine Leitzinserhöhung.

Wir gehen vor dem Hintergrund dieser Problematik nicht davon aus, dass die Norges Bank im Laufe des Jahres die Leitzinsen von derzeit 1,50% senken wird. Vielmehr ordnen wir die jüngsten Äußerungen der Notenbank als Absicherung für eine Zinssenkung im Falle einer unerwartet deutlichen Aufwertung der Krone ein. Erst im kommenden Jahr sollte es allmählich wieder zu einer Erhöhung der Leitzinsen kommen.

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