Für den Euroraum gilt: Nach der Krise ist vor der Krise

In der Eurozone steckt den Finanzmarktakteuren noch das „Ende“ der Auseinandersetzungen um Zypern in den Knochen. Die Gefahr besteht, dass auf längere Frist Vertrauen zerstört worden ist: Eurogruppen-Chef Dijsselbloem hat die Art, Zypern zu „retten“, sinngemäß als Blaupause für ähnlich gelagerte Fälle bezeichnet. Eine zukünftig jederzeit mögliche Beteiligung Privater an Rettungspaketen per Dekret hat die Finanzmärkte erheblich verunsichert. Die Zypern-Krise hat erneut zu „Safe-Haven“-Flows geführt, sodass die Bund-Renditen in diesem Zusammenhang erneut gesunken sind. Auf Sicht der kommenden drei Monate gehen wir von einem leichten Anstieg der zehnjährigen Bund-Renditen aus. Mit einer endgültigen Beruhigung der EWU-Schuldenkrise rechnen wir zwar mitnichten. Aber die Marktteilnehmer dürften sich in gewissem Maße an neue Rückschläge gewöhnen. Dass die EZB in den Startlöchern steht, um bei einer Verschärfung der Krise mit ihrem OMT-Programm einzuspringen, sollte die Finanzmarktteilnehmer ebenfalls ein Stück weit beruhigen. Insgesamt gesehen dürfte die zuletzt vorherrschende Bandbreite der zehnjährigen Bunds zwischen 1,30% und 1,70% auch in den kommenden Wochen den Ton angeben. Auf Sicht dreier Monate rechnen wir mit einem Niveau der zehnjährigen Bund-Renditen von etwa 1,60%. Mit einer sich in der zweiten Jahreshälfte aufhellenden realwirtschaftlichen Entwicklung sollte der Druck in Richtung steigender Bund-Renditen am langen Ende der Kurve dann zunehmen.

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