Entscheidungsfreudige Bank von Japan überrascht Investoren

Die Bank von Japan (BoJ) hat mir ihrer heutigen Entscheidung ein deutliches Signal gesetzt. Obwohl die Markterwartungen schon im Vorfeld hoch waren, haben Haruhiko Kuroda und seine Kollegen es dennoch geschafft die Investoren zu überraschen. Die BoJ wird in den kommenden 2 Jahren nicht nur die Geldmenge verdoppeln, sie wird außerdem jährlich 50 Bn. Yen an japanischen Staatsanleihen (JGBs) kaufen, die durchschnittliche Laufzeit ihrer JGB Bestände auf 7 Jahre mehr als verdoppeln, und vermehrt in REITs und ETFs investieren. Das Ziel der neuen Strategie ist klar: die BoJ will mit allen ihr zu Verfügung stehenden Mittel das Inflationsziel von 2% erreichen. In Anbetracht der nachteiligen demographischen Entwicklungen und der mittlerweile defizitären Leistungsbilanz, bleiben Shinzo Abe und Haruhiko Kuroda nicht viel Zeit, ihre ambitionierten Pläne in die Tat umzusetzen. Sollten sie es nicht schaffen, Wachstum und Inflation zu generieren, drohen Japan auf längere Sicht deutlich steigende Zinsen – ein Desaster angesichts des riesigen Schuldenbergs Japans. Vor diesem Hintergrund ist auch klar, dass der Premierminister sich nicht von möglicher internationaler Kritik an seinem gewählten Kurs wird zurückhalten lassen, zumal die bisherige Bilanzausweitung der BoJ weit hinter den weitaus aggressiveren Maßnahmen der EZB, Fed oder der Bank of England zurückgeblieben ist. Für den Yen bedeutet die heutige Entscheidung weitere Schwäche, sowohl gegenüber dem US-Dollar als auch dem Euro.

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