Deutsche Konjunktur ohne Schwung, aber kein Absturz

Nachdem Stimmungsindikatoren wie der ifo-Geschäftsklimaindex oder die Einkaufsmanagerbefragung zuletzt wieder etwas nachgegeben haben, fielen auch die „harten“ Konjunkturdaten für den Monat Februar eher etwas enttäuschend aus. Zwar sind die Auftragseingänge in der Industrie im Vergleich zum Januar saisonbereinigt um mehr als 2% gestiegen, doch war der Vormonat auch besonders schwach. Erfreulich ist, dass sich die Auftragslage im Inland deutlich verbessert darstellt. Besonders das Investitionsgütergewerbe erhielt wieder mehr Aufträge von heimischen Unternehmen, das lässt auf ein Anspringen der Investitionskonjunktur im weiteren Jahresverlauf hoffen. Dagegen sind die Bestellungen aus dem Ausland zuletzt etwas schwächer ausgefallen. Positiv immerhin, dass sich die Nachfrage aus dem krisengeschüttelten Euro-Raum allmählich zu stabilisieren scheint.

Bei der Industrieproduktion zeigt der leichte Anstieg im Februar nach schwachem Vormonat, dass für das erste Quartal 2013 insgesamt nicht mit einem kräftigen Wachstum der Fertigung gerechnet werden kann. Recht schwach präsentiert sich zu Jahresbeginn besonders das Baugewerbe, wo wohl auch für den März aufgrund der kalten Witterung noch nicht mit einem Anspringen der Aktivitäten zu rechnen ist.

Beim Außenhandel zeigen sich noch keine Erholungstendenzen. Sowohl Ausfuhren als auch Einfuhren waren im Februar rückläufig, und zwar sowohl im Vergleich zum Januar als auch im Vorjahresvergleich. Da das Minus bei den Einfuhren jedoch noch größer war als bei den Ausfuhren, hat sich der Handelsbilanzüberschuss etwas ausgeweitet, was einen positiven Einfluss auf die gesamtwirtschaftliche Wachstumsrate hat.

Insgesamt deuten die Daten auf einen zwar positiven, aber nicht sehr dynamischen Start in das Jahr 2013 hin. Ein Rückfall in die Rezession steht derzeit nicht zu befürchten. Mit einer kräftigeren Wachstumsdynamik rechnen wir aber erst fürs zweite Halbjahr. Dann dürfte auch die globale Konjunktur mehr Schubkraft entwickeln, und im restlichen Euro-Raum dürften sich die Anzeichen für ein Ausklingen der hartnäckigen Rezession verstärken.

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