Einkaufsmanager-Indizes im Euro-Raum: Deutschland drückt die Stimmung

Die Hoffnung auf die konjunkturelle Erholung im Euro-Raum hat im April einen Dämpfer erhalten. Die Einschätzungen der Einkaufsmanager im Euro-Raum haben sich im April nach vorläufigen Daten kaum verbessert. Der Composite-Index verharrt für die gesamte EWU mit 46,5 Punkte auf dem Niveau des Vormonats. Damit bewegt sich der Indikator weiter im rezessiven Bereich unterhalb von 50 Indexpunkten. Die Schwächephase in der privaten gewerblichen Wirtschaft dürfte sich also weiter fortsetzen und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euro-Raum im ersten Quartal abermals gesunken sein. Auch für das zweite Quartal ist aus heutiger Sicht kaum mit einer Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Produktion zu rechnen. Zu schleppend sind die Entwicklungen der Auftragslage und der Beschäftigungsaussichten nach der aktuellen Umfrage.

Die Stimmung in Industrie und Dienstleistungsbereich veränderte sich per Saldo gegenüber dem Vormonat kaum. Während der Dienstleistungsbereich eine leichte Stimmungsaufhellung zeigte, sank der Index für die Industrie. Beide Kennzahlen verharren deutlich unter der neutralen Marke von 50 Punkten.

In Deutschland fiel auch der Composite-Index deutlich, mit einem Rückgang von 50,6 auf 48,8 Punkte. Sowohl der Dienstleistungsindex als auch der Index für die Industrie in Deutschland nahmen ab. Die Industriekennzahl bewegt sich mit 47,9 nun im rezessiven Bereich und signalisiert eine Abnahme der wirtschaftlichen Aktivität – genauso wie der Dienstleistungsindex mit seinen 49,2 Punkten. Die heutigen Daten stehen insgesamt im Einklang mit den letzten Ergebnissen des ZEW-Index für die Konjunkturerwartungen in Deutschland, der sich ebenfalls eintrübte. Zusammengenommen fällt damit der Start in das zweite Quartal 2013 für die deutsche Volkswirtschaft eher enttäuschend aus.

In Frankreich dagegen verbesserte sich die Stimmung der Einkaufsmanager von einem niedrigen Niveau aus. Zwar dürfte das BIP bei einem Stand des Composite-Index von 44,2 (41,9 im Vormonat) noch immer leicht rückläufig sein, dennoch zeigt die Stimmungsaufhellung, dass die Abwärtsdynamik nicht weiter zunimmt. Sowohl der Dienstleistungsindex als auch die Messzahl für die Industrie trugen zu der Verbesserung bei. Grund dafür ist, dass der Rückgang der Nachfrage etwas nachgelassen hat.

Insgesamt zeigen die heutigen Daten, dass im laufenden Monat wohl Deutschland einer Verbesserung des EWU-Gesamtindex entgegenstand. Bleibt zu hoffen, dass die Daten im April nur eine einmalige Korrektur darstellen, denn sonst könnte dem Euro-Raum das wichtigste konjunkturelle Zugpferd verlorengehen. Die morgige Veröffentlichung des Ifo-Geschäftsklimaindex wird unter diesem Aspekt einen wichtigen Hinweis geben.

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