Italien: Märkte feiern Napolitano

Der alte Präsident ist auch der neue Präsident
Viele Namen wurden im Vorfeld der Präsidentenwahl in Italien gehandelt. Am Ende eines hitzigen Wochenendes im Rom wurde es dann der alte Präsident Napolitano. Dieser hatte bis dato mit Hinweis auf sein Lebensalter von nahezu 88 Jahren eine erneute Kandidatur ausgeschlossen. Dass Napolitano sich dennoch erweichen ließ, für Politik und Vaterland – zumindest für zwei weitere Jahre – in die Bresche zu springen, dürfte zum einen auf sein Verantwortungsgefühl zurückzuführen sein und zum anderen auf die Angst, dass Italien sich in eine ausweglose Situation hineinmanövrieren könnte.

Napolitano knüpft Wiederwahl wohl an harte Bedingungen
Napolitano wird seine Wiederwahl an harte Bedingungen geknüpft haben. Zu diesen dürfte sicherlich die Aufgabe der Blockadehaltung von Mitte-Links in Sachen großer Koalition zählen. Eine gegenseitige Anfeindung der beiden großen Parteien PD und PdL wird Napolitano nicht weiter tolerieren. Entscheidend könnte außerdem sein, dass sich bei den etablierten Parteien die Erkenntnis immer mehr durchsetzt, dass es in der gegenwärtigen politischen Krise nicht mehr allein um das Wohl und Wehe der jeweils eigenen Partei, sondern um das des ganzen Landes geht. Eine funktionierende große Koalition böte der herrschenden politischen Klasse außerdem die Chance, verloren gegangenes Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen. Diese Konstellation macht es wahrscheinlich, dass die drängenden Reformen im Bereich Steuern und Arbeitsmarkt aber auch im Bereich des Wahlgesetzes nun vergleichsweise schnell vorangetrieben werden.

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