Deutscher Mittelstand blickt optimistisch in die Zukunft

Die mittelständischen Unternehmen in Deutschland starten optimistisch in das Jahr 2013, obwohl sich die Euro-Schuldenkrise zuletzt aufgrund der Entwicklungen in Zypern wieder etwas verschärft hat. Die aktuellen Ergebnisse unserer DZ BANK Mittelstandsumfrage signalisieren für das Frühjahr 2013 im Vergleich zum letzten Herbst sowohl eine leicht bessere Bewertung der aktuellen Lage als auch deutlich gestiegene Geschäftserwartungen der Unternehmen für die nächsten sechs Monate. Zudem planen die Mittelständler in den nächsten sechs Monaten wieder mehr zu investieren und ihr Personal leicht aufzubauen. Der DZ BANK Mittelstandsindikator steigt deutlich von 21,3 Punkten im Herbst auf aktuell 30,2 Punkte.

Etwas weniger dynamisch als noch im Herbst entwickeln sich inzwischen die Absatzpreiserwartungen. Zwar rechnet die Mehrheit der befragten Unternehmen auch für das nächste halbe Jahr mit steigenden Absatzpreisen. Die erwarteten Preissteigerungen fallen aber etwas weniger optimistisch aus als vor einem halben Jahr. Gegenüber Frühjahr 2012 sind sie sogar deutlich zurückgegangen.

Die aktuell bessere Stimmung im deutschen Mittelstand zeigt sich insbesondere in den stark verbesserten Geschäftserwartungen, wodurch der Rückgang vom Herbst letzten Jahres mehr als kompensiert wurde. Der Saldo aus positiven und negativen Bewertungen war zuletzt vor zwei Jahren höher. Aktuell machen sich rund 40 Prozent der befragten mittelständischen Unternehmen Hoffnungen auf eine Verbesserung ihres Geschäfts, nachdem dies im Herbst 2012 „nur“ 26% gewesen waren. Eine Verschlechterung erwarten lediglich 9% (Herbst 2012: 20,5%). Besonders stark gestiegen sind die Geschäftserwartungen in der Elektroindustrie, im Metall-, Automobil- und Maschinenbau sowie im Baugewerbe. Dagegen melden Ernährungsgewerbe und Agrarwirtschaft etwas geringere Erwartungen als im Herbst. Die Landwirte blicken zwar am wenigsten optimistisch in die Zukunft. Sie sind aber mit ihrer aktuellen Lage am zufriedensten.

Die Stimmungsverbesserung bei den mittelständischen Unternehmen ist auch getragen von der Erwartung, dass sich das durch die Euro-Schuldenkrise eingetrübte internationale Umfeld im weiteren Verlauf dieses Jahres erholt. Die Mehrheit der Mittelständler engagiert sich im Ausland. Die Auslandsaktivität eines Unternehmens hängt dabei neben seiner Branchenzugehörigkeit insbesondere von der steigenden Unternehmensgröße ab. Trotz des insgesamt leichten Anstiegs der Auslandsaktivitäten zeigen die Ergebnisse auf Branchenebene, dass die Euro-Schuldenkrise nicht spurlos am Mittelstand vorbeiging. So musste etwa die Baubranche ihre Auslandsaktivitäten aufgrund der Entwicklung in den entsprechenden Immobilienmärkten stark drosseln. Auch die Dienstleister haben ihr Auslandsengagement in den letzten zwei Jahren merklich zurückgeführt.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *