Preisrückgang am spanischen Wohnimmobilienmarkt hat sich verlangsamt

Der in dieser Woche vom Ministerio de Fomento veröffentlichte Preisindex für den spanischen Immobilienmarkt für das erste Quartal 2013 weist gegenüber dem Vorquartal zwar erneut einen Rückgang aus, dieser ist mit 0,8 Prozent aber vergleichsweise niedrig ausgefallen. 2012 sind die Preise je Quartal mit durchschnittlich 2,5 Prozent rund dreimal so schnell gefallen. Durch den abgebremsten Rückgang hat sich entsprechend der Preisverfall auf Jahresbasis von rund zehn auf knapp unter acht Prozent vermindert. Der kumulierte Preisrückgang seit dem Maximum im ersten Quartal 2008 hat mit dem nunmehr zwanzigsten negativen Quartal in Folge rund 28 Prozent erreicht. Die Preise für spanische Wohnimmobilien liegen nun wieder auf dem Niveau des zweiten Quartals 2004.

Der abgeschwächte Preisrückgang dürfte im Zusammenhang mit einem spürbaren Anstieg der Zahl Immobilientransaktionen im Januar und Februar stehen, die auf den höchsten Wert seit zwei Jahren gestiegen sind. Dahinter steht offenbar eine zunehmende Nachfrage ausländischer Käufer nach spanischen Ferienobjekten, deren gestiegenes Interesse sich aus der Kombination aus den gewährten Preisnachlässen für die Objekte und den anhaltend günstigen Hypothekenzinsen erklären dürfte. Wenn diese Entwicklung weiter anhielte, wäre damit angesichts der Bedeutung von Ferienimmobilien für den spanischen Immobiliensektor zumindest eine gewisse Erleichterung für den Markt verbunden.

Für die Hoffnung, dass sich damit allmählich auch ein Ende des Preisrückgangs am spanischen Immobilienmarkt insgesamt ankündigt, ist es aber noch zu früh, weil dem immer noch riesigen Angebot von über 600.000 fertig gebauten unverkauften Wohneinheiten nach wie vor kaum inländische Nachfrage gegenübersteht. Da die spanische Wirtschaft in diesem Jahr um rund zwei Prozent schrumpfen dürfte und die Arbeitslosigkeit – aktuell liegt die Quote bei über 26 Prozent – trotz des schon sehr hohen Niveaus immer noch steigt, ist es eher unwahrscheinlich, dass sich die Nachfragesituation in nächster Zeit verbessert. Der Abbau des Überangebots an Immobilien wird zudem dadurch stark erschwert, dass sich immer noch relativ viele Objekte im Bau befinden. 2012 wurden rund 120.000 Wohneinheiten fertig gestellt. Damit werden in Spanien je 1000 Einwohner 2,6 Wohnungen gebaut – genauso viele wie in Deutschland mit einem prosperierenden Immobilienmarkt.

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