US-Wirtschaft ist im ersten Quartal zurück auf dem Wachstumspfad

Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 2,5 Prozent (annualisierte Rate) gewachsen, nachdem im Schlussquartal nur ein mageres Plus von 0,4 Prozent erwirtschaftet werden konnte. Die privaten Haushalte haben sich zu Jahresbeginn vom politischen Haushaltsstreit nicht verunsichern lassen, der Konsum legte auf Quartalssicht deutlich um 3,2 Prozent zu. Vor allem die spürbare und auch anhaltende Aufhellung am Immobilienmarkt dürfte die Konsumfreude der Amerikaner befeuert haben. Aber auch die sich moderat fortsetzende Erholung am Arbeitsmarkt lieferte sicher positive Impulse. Die Investitionen in Häuser und Wohnungen zeigten das achte Quartal in Folge zweistelliges Wachstum, während die Ausrüstungsinvestitionen nur schwach zulegten. Der starke Konsum ging jedoch mit einem deutlichen Anstieg der Importe einher, der von einer ebenfalls positiven Entwicklung bei den Exporten nicht ausgeglichen werden konnte, so dass der Außenhandel zu Jahresbeginn die wirtschaftliche Dynamik bremste. Die stärkste Wachstumsbremse waren jedoch die Staatsausgaben, die das zweite Quartal in Folge sichtbar schrumpften. Ohne einen starken Lageraufbau wäre die US-Wirtschaft daher nur um 1,5 Prozent gewachsen.

Wir rechnen damit, dass die US-Wirtschaft im Gesamtjahr 2013 um rund zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr wachsen wird. Einige vorlaufende Indikatoren, wie Umfragen bei Verbrauchern und Unternehmern, weisen darauf hin, dass im laufenden Quartal die wirtschaftliche Dynamik nur noch halb so stark sein dürfte wie zu Jahresbeginn. Dafür ist vor allem die laufende Umsetzung der automatischen Ausgabenkürzungen verantwortlich, die den privaten Konsum in den kommenden Monaten noch belasten dürfte. Damit einher geht ein für amerikanische Verhältnisse eher schleppender Beschäftigungsaufbau. Die schwache Entwicklung der Auftragseingänge für langlebige Güter und die von Markit erhobene Befragung von Einkaufsmanagern im verarbeitenden Gewerbe weisen auf eine schwächere Industriekonjunktur im laufenden Quartal hin. Der Markit-Einkaufsmanagerindex ist im April auf den niedrigsten Wert seit sechs Monaten gesunken, liegt mit 52 Punkten aber immer noch oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, andere regionale Umfragen zeigen ein ähnlich verhaltenes Bild.

Wichtige Impulse dürften im Jahresverlauf weiterhin vom Immobilien- und Bausektor ausgehen. Ein Risiko für den Konjunkturausblick ist sicherlich die im Mai anstehende Anhebung der Schuldenobergrenze: Sollte es zu einem erneuten Aufflammen des Streites über den Haushalt bzw. die finanzpolitische Strategie kommen, könnte eine damit verbundene Verunsicherung von Verbrauchern und Unternehmern die wirtschaftliche Dynamik spürbar bremsen.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *