US-Geldflut in der Kritik

Die Beeinträchtigung des traditionellen Transmissionskanals monetärer Impulse hat die kräftige Ausweitung der Fed-Bilanz in den vergangenen Jahren wohl gerechtfertigt. Zuletzt haben sich aber die Diskussionen über einen baldigen Ausstieg der US-Notenbank aus den unkonventionellen Maßnahmen intensiviert. Viele Verantwortliche der US-Notenbank selbst und viele Marktteilnehmer sehen die Gefahr, dass der Ausstieg umso schwieriger wird, je mehr Wertpapiere in der Bilanz der Fed schlummern. Ungeachtet dieser Kritik setzt die Federal Reserve jedoch ihre außergewöhnlichen Maßnahmen fort, indem sie monatlich 40 Mrd. US-Dollar an hypothekengedeckte Anleihen und 45 Mrd. US-Dollar an Staatsanleihen kauft. Der Wertpapierbestand in der Bilanz der Notenbank steigt somit weiter stetig an. Fed-Chef Bernanke hat diesbezüglich mehrfach zu Protokoll gegeben, dass der Offenmarktausschuss die Käufe von Staatsanleihen und hypothekengedeckten Anleihen unter Kosten-Nutzen-Gesichtpunkten bewertet. Derzeit überwiegt aus seiner Sicht noch der Nutzen. Nach einer Analyse der Vor- und Nachteile des Kaufprogramms gehen wir davon aus, dass die Fed Ende dieses Jahres/Anfang des kommenden Jahres ihre Wertpapierkäufe auslaufen lässt. Eine schrittweise Verringerung des Kaufvolumens im Verlauf des zweiten Halbjahres halten wir für wahrscheinlich, zumal die Währungshüter dann testen könnten, inwieweit der Einstieg aus dem Ausstieg die Finanzmärkte belastet.

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