Beschäftigungsaufbau in den USA setzt sich fort, Finanzmärkte positiv überrascht

Trotz der Belastungen durch die im März in Kraft getretenen Ausgabenkürzungen hat sich der Beschäftigungsaufbau in der US-Wirtschaft weiter fortgesetzt, was die Stimmung an den Finanzmärkten sichtbar aufhellte. Außerhalb der Landwirtschaft wurden laut Bericht des Arbeitsministeriums im April 165.000 neue Stellen geschaffen und die zuvor gemeldeten, schwachen Zahlen für die beiden Vormonate wurden um insgesamt 100.000 Stellen nach oben revidiert. Die besser als erwartete Entwicklung im April und die sichtbare Aufwärtsrevision der vorangegangenen Monate beflügelten die Märkte, nachdem vor einer Woche noch die Daten zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im ersten Quartal für eine leichte Enttäuschung gesorgt hatten. Die Arbeitslosenquote ging weiter zurück und ist jetzt mit einem Wert von 7,5 Prozent um 0,4‑Prozentpunkte niedriger als noch im Januar. Durch das sichtbare Wirtschaftswachstum (+2,5 % annualisiert) im ersten Quartal hat sich der Arbeitsmarkt also zuletzt besser entwickelt, als es zunächst den Anschein hatte. Seit November hat der konjunkturelle Schwung in der größten Volkswirtschaft der Welt dafür gesorgt, dass im Durchschnitt monatlich rund 200.000 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden. Dieser Stellenaufbau ist allerdings auch erforderlich, um die immer noch recht hohe Arbeitslosigkeit zu reduzieren.

Auch wenn wir im laufenden Quartal mit einer nur schwachen wirtschaftlichen Dynamik rechnen, so erwarten wir im weiteren Jahresverlauf eine anhaltende Entspannung am Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote dürfte ihren Abwärtstrend fortsetzen, so dass diese zum Jahresende dann nahe der 7-Prozent-Marke liegt. Durch die spürbare Erholung im Bausektor findet auch in diesem Bereich seit einigen Monaten wieder Beschäftigungsaufbau statt. Der größte Teil der neu geschaffenen Stellen befindet sich jedoch im Dienstleistungssektor, während im öffentlichen Dienst der Stellenabbau auch in den kommenden Monaten anhalten dürfte. Bei den Einkaufsmanagern im Servicesektor hat sich im April die Stimmung zwar etwas eingetrübt, mit einem Wert von 53 Punkten weist die Befragung durch das ISM-Institut jedoch weiter auf Wachstum hin. Der jüngste Arbeitsmarktbericht hat gezeigt, dass sich die Lage am US-Arbeitsmarkt weiter entspannt, auch wenn das Tempo weiter hinter dem früherer Erholungsphasen zurückbleibt. Nicht zuletzt durch die weitere Erholung der Weltwirtschaft und die weiter positive Entwicklung im Bau- und Immobiliensektor dürfte die wirtschaftliche Dynamik in der US-Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte wieder zulegen und sich der Abbau der Arbeitslosigkeit weiter fortsetzen.

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