EWU-Wirtschaft im ersten Quartal 2013 weiter in der Rezession

Die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum ist im ersten Quartal 2013 mit einem Minus von 0,2 Prozent erneut rückläufig gewesen. Mit dem sechsten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gegenüber dem Vorquartal in Folge befindet sich die Gemeinschaft der Euroländer damit weiterhin in der Rezession.

Die deutsche Wirtschaft, die sich mit Ausnahme des vierten Quartals 2012 bisher weitestgehend der Rezessionstendenz im Euro-Raum widersetzten konnte, legte im ersten Quartal um 0,1 Prozent zu. Einer stärkeren wirtschaftlichen Expansion der deutschen Volkswirtschaft stand zum einen die kalte Witterung im ersten Quartal entgegen, die gerade der Bauwirtschaft zu schaffen machte. Zum anderen war es die langsamere Gangart der Weltkonjunktur, die Impulse vom Außenbeitrag ausbleiben und die Unternehmen von einer Ausweitung der Investitionen absehen ließ.

Nach vorliegenden Daten ist in fast allen Mitgliedsländern der EWU das Bruttoinlandsprodukt gesunken. Neben Deutschland konnte noch Belgien einen Zuwachs von 0,1 Prozent verzeichnen, die Wirtschaft in Österreich stagnierte zum Jahresbeginn. In Portugal und Spanien beschleunigte sich der Rückgang des BIP jedoch immerhin nicht weiter. Nach einem Rückgang von 1,8 Prozent schrumpfte die Wirtschaftsleistung in Portugal nur noch um 0,3 Prozent. Hier kamen zuletzt positive Impulse vom Außenbeitrag, die jedoch nicht ausreichten um den Rückgang der inländischen Nachfrage auszugleichen. Auch in Italien hat die Abwärtsdynamik etwas an Kraft verloren, genauso wie in Griechenland. Gegenüber dem Vorjahresquartal (saisonbereinigte Quartalszahlen werden hier nicht zur Verfügung gestellt) belief sich das dortige Minus auf 5,3 Prozent. Die französische Volkswirtschaft schließlich verzeichnete ebenfalls ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung von 0,2 Prozent, genauso wie im Vorquartal, und kommt nicht von der Stelle.

Die heute veröffentlichten Daten belegen, dass die Wirtschaft im Währungsgebiet ins Jahr 2013 relativ schwach gestartet ist und die Rezession noch nicht überwunden ist. Dennoch fiel der Rückgang nicht so stark aus wie noch zum Ende des vergangenen Jahres. Die Zahlen liegen im Rahmen der von uns erwarteten Entwicklung. Auch im Frühjahrsquartal ist nach Lage der bisher vorliegenden Indikatoren mit einem weiteren leichten Rückgang des BIP zu rechnen. Erst im weiteren Verlauf des Jahres dürfte dann die Rezession allmählich überwunden werden. Wir bleiben bei unserer bisherigen Prognose für die Wirtschaftsentwicklung im Währungsgebiet. Im Jahresdurchschnitt 2013 wird sich für das BIP im Euro-Raum voraussichtlich ein Rückgang von 0,5 Prozent ergeben, für das Jahr 2014 gehen wir dann von einer allmählichen Erholung und einem Anstieg von 1,1 Prozent aus.

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