Notenbanken wechseln in das Lager der Aktienoptimisten

Als Folge der ultra-expansiven Geldpolitik der Notenbanken und dem dadurch bedingten Niedrigzinsumfeld haben alle börsengelisteten Assetklassen, mit Ausnahme der Rohstoffmärkte, zuletzt profitiert und verzeichneten massive Kursgewinne. Die Gefahr einer Blasenbildung in einzelnen Assetmärkten ist langfristig nicht von der Hand zu weisen, auch wenn noch keine Anzeichen einer beginnenden Manie ersichtlich sind.

Auffällig ist, dass sich die Notenbanken zuletzt häufiger zu den Aktienmärkten geäußert haben. So wies FED-Chef Bernanke gestern vor dem US-Kongress darauf hin, dass seines Erachtens die Aktienmarktbewertung und Fundamentaldaten keine Inkonsistenz aufweisen würden. Auch die Deutsche Bundesbank errechnete im jüngsten Monatsbericht, dass Aktienmärkte nicht überbewertet seien.

Wir schätzen die Aussichten am Aktienmarkt weniger rosig ein. Die Bewertung des DAX ist auf Basis verschiedener Indikatoren teuer, die des Euro Stoxx 50 als fair zu bezeichnen. In den USA liegt die Bewertung des S&P 500, gemessen am Shiller-KGV, 42% über dem langfristigen Durchschnitt. Erst wenn die Gewinnentwicklung der Unternehmen den Kursanstiegen nacheifern kann, entsteht ein neues, tragfähiges Fundament für weitere Kursavancen.

Auch wenn die Notenbanken den Investoren eine Vollkaskoversicherung anzubieten scheinen, so ist der aktuelle Kursaufschwung doch nicht ohne Risiko. Die Konjunkturerholung in den USA und Europa fällt bislang schwächer aus als in früheren Aufschwungsphasen. Die Gewinnentwicklung der Unternehmen hängt dem Kursaufschwung hinterher. Im weiteren Jahresverlauf drohen weitere politische Unwägbarkeiten (Reformen in Frankreich, Bundestagswahl in Deutschland) und insbesondere müssen sich die Notenbanken zunehmend Gedanken machen, wie sie eines Tages die den Märkten bereitgestellte Liquidität wieder einsammeln werden, ohne dabei Wirtschaftswachstum und Preisstabilität zu gefährden.

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