Verkaufsdruck am Staatsanleihemarkt

In den vergangenen Tagen ist es an den Staatsanleihemärkten zu einer massiven Änderung der Risikobewertung gekommen. Viele Marktteilnehmer scheinen sich derzeit insbesondere von US-Staatsanleihen sowie von deutschen Bundesanleihen zu trennen. So ist die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries von rund 1,60% Anfang Mai auf derzeit fast 2,20% gestiegen. Die zehnjährigen Bundrenditen haben diese Bewegung in abgeschwächter Form mitvollzogen. Hier beträgt der Renditeanstieg seither knapp 45 Basispunkte. Den jüngsten Verkaufsdruck im Segment der Staatsanleihen hat unseres Erachtens in erster Linie der US-Staatsanleihemarkt ausgelöst. Die Renditen der Bunds sind denen der US-Treasuries lediglich gefolgt. In diesem Zusammenhang spielen einerseits die kürzlich stattgefundene Anhörung Ben Bernankes vor dem US-Kongress, andererseits die Veröffentlichung neuer Protokolle einer Sitzung des US-Zentralbankrats („Minutes“) eine entscheidende Rolle. Daneben sind die höheren Kapitalmarktrenditen sowohl in den Vereinigten Staaten als auch hierzulande eine Folge zuletzt positiverer Makrodaten. Die schon kräftig gestiegen Markterwartungen bezüglich der konjunkturellen Situation bergen jedoch die Gefahr, dass die Kurse am Rentenmarkt zu schnell zu viel Konjunkturoptimismus berücksichtigen. Auf Sicht von vier bis sechs Wochen sehen wir vor diesem Hintergrund wieder leicht rückläufige US- und Euro-Renditen.

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