Chancen auf großen Aktienzyklus stehen gut

Die aktuelle Entwicklung an den internationalen Aktienmärkten und die Wirtschaftsindikatoren für die meisten Länder deuten zwar nicht unmittelbar darauf hin, aber der mittelfristige Ausblick für die weltweiten Aktienmärkte war wohl nur selten besser als zurzeit.

Der globale Trend zu immer niedrigeren Notenbankzinsen geht zu Ende. Die auch durch die Globalisierung begünstigte Disinflation vor allem in den Industriestaaten läuft allmählich aus.Dieser globale Trend der fallenden Notenbankzinsen war ein maßgeblicher Treiber für die außergewöhnliche Performance der Renten- und Rohstoffmärkte. Daneben hat die rückläufige Entwicklung der Inflationsraten auch die Inflationserwartungen der Investoren gesenkt, was sich ebenfalls positiv auf diese Assetklassen ausgewirkt hat. In der Finanzmarktkrise haben dann die Notenbanken zusätzlich die Liquidität in den jeweiligen Wirtschaftssystemen deutlich angehoben, auch das hat die Renten- und Rohstoffmärkte begünstigt. Die Aktienmärkte konnten erst in den letzten 12 Monaten von diesem außergewöhnlichen Umfeld richtig profitieren, als Renten- und Rohstoffmärkte bereits sehr teuer waren.In den vergangenen 10 Jahren war das fundamentale Umfeld stark von der Globalisierung und ihren Auswirkungen gekennzeichnet. Die Globalisierung hat zu einem weltweiten Produktivitätsanstieg geführt, Druck auf die Löhne ausgeübt und damit die Lohnstückkosten gedämpft. Damit war es möglich, dass weltweit das Potenzialwachstum deutlich zugenommen hat und gleichzeitig die Inflation merklich zurückging. Die Notenbanken in den Industrieländern haben darauf mit fallenden Notenbankzinsen reagiert, dieser Trend hat sich während der jüngsten Finanzmarktkrise noch verstärkt. So liegt jetzt der weltweite Notenbankzins bei etwa 1,8%, in den Industrieländern liegt der durchschnittliche Notenbankzins sogar nur leicht über Null.

Unser Fazit: Anleger sollten sich mit Blick auf die nächsten Jahre auf Anlageklassen fokussieren, die von Produktivitätszuwächsen und Wirtschaftswachstum profitieren. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich der Aufschwung an den Aktienmärkten fortsetzen wird und sich damit ein neuer großer Aktienzyklus ausbildet. Allerdings wäre es naiv anzunehmen, dass die Aktienkurse von nun an linear ansteigen werden. Vielmehr sind temporäre Rücksetzer, z.B. ausgelöst durch den früher oder später anstehenden QE-Exit der Notenbanken oder mögliche – wenn auch nicht quantifizierbare – politische Eventrisiken sehr wahrscheinlich.

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2 Kommentare

kaufkraftschutz.de

Die Argumentation ist schlüssig, jedoch die Prämisse (Wirtschaftswachstum) zu hinterfragen. Global scheint sich die Wirtschaft derzeit überall zu verlangsamen – ohne Ausnahme. Selbst die USA werden sich dem Trend kaum lange entziehen können. Und in Zeiten staatlichen und privaten Sparzwangs haben auch die Unternehmen kaum Interesse an Investitionen. Ergo sieht das eher nach nachhaltiger wirtschaftliche Stagnation aus. Wachstum ist demnach eher in den Sektoren möglich, die von den strukturellen Trends profitieren, also Pharma, Medizintechnik, Biotech. Das wiederum ist jedoch keine neue Erkenntnis und die Bewertungen eben jener Sektoren schon recht hoch. Insofern die Frage an Sie, welche Sektoren denn vielversprechend erscheinen?

DZ BANK Research

Die weltwirtschaftliche Konjunkturentwicklung befindet sich auf dem Weg zurück zur Normalität. Im kommenden Jahr dürfte das Welt-BIP real um 3,8% zulegen – dies wäre das stärkste Wachstum seit 2007.
Sobald die Notenbanken die expansive Geldpolitik drosseln, ist ein Ansprung der Renditen sehr wahrscheinlich. Auch die Aktienmärkte dürften kurzfristig fallen. Sobald den Anlegern aber klar geworden ist, dass die Wirtschaft trotzdem weiter wachsen wird, dürfte eine potenzielle Kursdelle zügig egalisiert werden. Im großen Bild gilt: Aktien noch relativ günstig. Weltweit sind Asset Manager in Aktien unter- und in Bonds übergewichtet und dürften in den kommenden Jahren weiter in Aktien umschichten.

In unserer Sektorallokation behalten wir mit der Hochstufung von Real Estate und Retail (auf „attraktiv“) sowie Food & Beverages, Telecommunications und Utilities (auf „neutral“) grundsätzlich noch eine defensive Ausrichtung bei. Die Zykliker (Automobiles, Chemicals) sind weiterhin neutral, rohstoffabhängige Sektoren (Basic Resources, Oil & Gas) bleiben unattraktiv.

» Aktuell halten wir die folgenden Sektoren für „attraktiv“:
» Industrials: Gewinnwachstum und Bewertung überzeugen im Branchenvergleich. Sobald die Weltwirtschaft wie von uns erwartet an Dynamik gewinnt bzw. dies in den volkswirtschaftlichen Indikatoren ablesbar ist, dürften Industrieaktien zu den Gewinnern gehören.
» Insurance: Für Aktien der Versicherer sprechen unverändert die im Branchenvergleich noch günstige Bewertung sowie steigende Gewinnschätzungen. Wir erwarten die Fortsetzung der zuletzt gezeigten Outperformance.
» Personal & Household Goods: Trotz eines mittlerweile 50%igen Bewertungsaufschlags auf den Gesamtmarkt gehören Konsumgüteraktien unverändert zu unseren Favoriten. Diese Annahme basiert insbesondere auf stabilen, d.h. im Vergleich zu vielen anderen Sektoren „nicht sinkenden“, Gewinnschätzungen.
» Real Estate: Aufgrund einer unterwartet positiven Kursentwicklung (relative Stärke) und im Vergleich zu anderen Sektoren stabilen Gewinnschätzungen kann sich der Sektorindex Real Estate in unserem Ranking verbessern.
» Retail: Der Einzelhandelssektor ist zwar mit einem KGV von 17,7 recht hoch bewertet, allerdings ist das erwartete Gewinnwachstum für die nächsten zwei Jahre mit 12% p.a. im Sektorvergleich attraktiv.
» Travel & Leisure: Der Sektorindex Travel & Leisure überzeugt unverändert in den drei Kategorien Gewinnwachstum (24,3% p.a.), Bewertung und Gewinnrevisionen.

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