Märkte mit klarer Überreaktion

Der dieser Tage angedeutete Fed-Kurswechsel hat an den Märkten zu einer heftigen Reaktion geführt. Speziell am Rentenmarkt sind die Renditen der US-Treasuries und der Bundesanleihen kräftig angestiegen. Ist die jüngste Verkaufswelle gerechtfertigt?

Jein – die Ankündigung von Ben Bernanke, dass die Anleihekäufe der Fed schon im Sommer des kommenden Jahres beendet sein könnten, hat sicherlich die Märkte auf dem „falschen Fuß“ erwischt und somit eine Überreaktion hervorgerufen. Die Fed wird jedoch vorerst weniger zusätzliches Geld in den Kreislauf pumpen und ab dem Sommer des kommenden Jahres wohl keine weitere Liquidität schöpfen. Die Liquiditätsausstattung der Wirtschaft bleibt somit üppig, zumal die Fed hier explizit keinen schnellen Rückzug angekündigt hat. Leitzinserhöhungen, die de facto zu einer Reduzierung der Liquidität führen sollten, werden erst für das Jahr 2015 (!) gesehen.

Auch Bundesanleihen sind unter die Räder gekommen. Die transatlantische 90-Tage-Korrelation zeigt an, dass der Gleichlauf der Bund- und der US-Treasury-Renditen in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen hat und dies, obwohl sich nicht nur die gesamtwirtschaftliche Situation dies- und jenseits des Atlantik deutlich unterscheiden. Zusammen mit neuerlichen negativen Nachrichten aus Zypern und Griechenland sowie mit der anhaltenden Kreditklemme in der südlichen Peripherie ist ein Rückgang der Renditen bei den Bunds zu erwarten. Die Korrelation der US- und der Bundrenditen, zuvorderst am langen Ende der Kurve, sollte im weiteren Jahresverlauf nachlassen, wenn sich auch die Geldpolitik der Fed und der EZB zunehmend konträr zueinander entwickeln dürften.

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