Rücksetzer als Kaufgelegenheit nutzen

Der Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke, hat auf einer Pressekonferenz in dieser Woche einen möglichen Zeitplan für den Ausstieg aus den sogenannten unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen präzisiert. Er betonte erneut, Ausmaß und Geschwindigkeit des Rückzugs vom Fortschreiten der wirtschaftlichen Erholung abhängig zu machen. Letztgenannte beurteilt die FED nun etwas zuversichtlicher als zuvor.

Die Kapitalmarktreaktionen auf diese Äußerungen über alle Assetklassen hinweg sind durchaus bemerkenswert, denn bei Lichte betrachtet hat Bernanke das bestätigt, was alle vorher wussten: dass er den Ausstieg aus QE in diesem Jahr beginnen und im Verlauf von 2014 beendet haben wird. Kursverluste von rund drei Prozent am Tag nach seiner Rede bei S&P500, Euro Stoxx 50 und DAX zeigen, wie sehr sich Aktienanleger an das billige Geld der Notenbanken gewöhnt haben und wie sehr sie den Entzug desselben fürchten.

Einschätzung: Dass die Kapitalmarktzinsen ansteigen, sobald die Notenbanken die expansive Geldpolitik drosseln, ist sehr wahrscheinlich. Dass auch die Aktienmärkte in einem solchen Umfeld unter Druck kommen, ist zum Einen vor dem Hintergrund der Beobachtung, dass auch sie deutlich vom Niedrigzinsumfeld profitiert haben, absehbar. Zum Anderen deutet auch die Analyse eines historischen Beispiels – 1994 waren die US-Renditen ebenfalls deutlicher angestiegen und die Aktienmärkte parallel um bis zu 12 Prozent gefallen – auf eine volatile Zeit hin. Wir hoffen auf solche Rücksetzer, weil wir sie als Kaufgelegenheiten für Investoren betrachten. Sobald den Anlegern klar geworden ist, dass die Wirtschaft trotzdem weiter wachsen wird und leicht steigende Zinsen letztlich sogar positiv für die Unternehmen einzuschätzen sind, weil sie die Bestätigung für eine Normalisierung der Geldpolitik und ein Anziehen der Konjunktur liefern, dürfte eine Kursdelle zügig egalisiert werden.

Fazit: Diese und ähnliche Korrekturen und Rücksetzer im Jahresverlauf sollten zum Kauf genutzt werden.

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