Deutsche Konjunkturdaten für Mai enttäuschen

Nachdem schon am vergangenen Freitag die Auftragseingänge der deutschen Industrie einen Dämpfer erhalten haben, präsentieren sich heute die Daten zum Warenaußenhandel und zur Industrieproduktion ebenfalls schwächer.

Die Auftragseingänge gingen im Mai preis- und saisonbereinigt um 1,3 Prozent zurück. Das ist der zweite Rückgang in Folge, denn im April war schon ein Minus von 2,2 Prozent verbucht worden. Der Umfang der Großaufträge fiel dabei unterdurchschnittlich aus. Während rückläufige Aufträge aus dem Ausland (-0,7 Prozent) vor dem Hintergrund der trüben Konjunkturentwicklung im Euro-Raum nicht überraschen, bereitet die sinkende Inlandsnachfrage (2,2 Prozent) und dabei die inländische Nachfrage nach Investitionsgütern (4,1 Prozent) Anlass zur Sorge. Deutsche Unternehmen halten sich  mit der Ausweitung ihrer Investitionen anscheinend weiter zurück.

Auch der Warenaußenhandel im Mai fiel schwach aus. Während die Ausfuhr saisonbereinigt gegenüber April um 2,4 Prozent schrumpfte, nahmen die Warenimporte um 1,7 Prozent zu. Saisonbereinigt ging der Handelsbilanzsaldo von 17,5 Mrd. Euro im April auf 14,1 Mrd. Euro deutlich zurück. Für das zweite Quartal könnte sich mit den Daten vom Mai somit ein negativer Impuls über den Warenaußenhandel für das Bruttoinlandsprodukt andeuten.

Darüber hinaus fiel die Industrieproduktion im Mai schwächer aus. Sie sank saisonbereinigt um 1,0 Prozent gegenüber April. Nach den deutlichen Anstiegen in den Vormonaten ist dieser Rückgang bisher nicht ganz so überraschend und schwerwiegend wie bei den Auftragseingängen. Ein Rückgang der Industrieproduktion war bei den sinkenden Auftragseingängen zu erwarten gewesen. Dennoch, sollte sich die Schwäche bei den Aufträgen weiter fortsetzen, dürfte auch die Industrieproduktion in den kommenden Monaten stärkeren Gegenwind erfahren. Insgesamt hat mit den „harten“ Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung die deutsche Konjunktur einen Dämpfer bekommen. Die Fortsetzung der Erholung verläuft schleppender als erwartet.

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