US-Wirtschaft kann Wachstumstempo im zweiten Quartal leicht steigern

Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal annualisiert um 1,7 Prozent gewachsen. Damit konnte entgegen den Markterwartungen das Wachstumstempo leicht gesteigert werden – auch, weil das erste Quartal auf ein schwaches Wachstum von nur noch 1,1 Prozent herabrevidiert wurde. Insgesamt ging die heutige Veröffentlichung mit einer umfassenden Revision und einer methodischen Änderung einher. So ist die amerikanische Wirtschaft nach den heute vorgelegten Zahlen im vergangenen Jahr deutlich stärker gewachsen als zunächst gemeldet: Statt um 2,2 wurde das Bruttoinlandsprodukt um 2,8 Prozent gesteigert. Durch die methodische Änderung werden jetzt in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung die Ausgaben für Forschung und Entwicklung als Investitionen verbucht und nicht mehr als Verbrauchsgüter. Weitere Änderungen betreffen die Erfassung von Pensionsansprüchen und von Urheberrechten. Die US-Behörden haben hiermit frühzeitig international vereinbarte Leitlinien umgesetzt, in der Europäischen Union ist eine Umsetzung im kommenden Jahr geplant.

Im abgelaufenen Quartal lieferten die Investitionen einen deutlichen positiven Impuls, der Wachstumsbeitrag vom privaten Verbrauch fiel mit einem Beitrag in Höhe von 1,2 Prozentpunkten nur leicht schwächer aus. Dennoch waren die Verbraucher nicht ganz so ausgabefreudig wie zu Jahresbeginn. Offenbar haben die Konsumenten mit einer zeitlichen Verzögerung auf die finanziellen Belastungen durch die zu Jahresanfang gestiegenen Sozialversicherungsbeiträge reagiert. Der Außenhandel bremste das Wachstum zuletzt, einem Anstieg der Exporte stand ein noch stärkeres Plus bei den Importen gegenüber. Die Belastungen durch die Rückführung der Staatsausgaben (Stichwort Sequester) fielen im zweiten Quartal weniger stark aus als erwartet. Im laufenden und in den kommenden Quartalen rechnen wir in den Vereinigten Staaten weiter mit einer konjunkturellen Beschleunigung. Darauf weisen zahlreiche Frühindikatoren wie das gute Verbraucherklima, die gestiegenen Auftragseingänge in der Industrie und die große Zahl an Baugenehmigungen hin. Die heute vom ADP-Institut bekannt gegebenen Daten für den Stellenaufbau in der Privatwirtschaft weisen darüber hinaus auf eine Fortsetzung des Erholungsprozesses am Arbeitsmarkt hin.

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