Arbeitslosenquote in den USA sinkt, trotz schwächeren Stellenaufbaus

Die heute veröffentlichten Daten zum US-Arbeitsmarkt haben den Reigen der recht guten Wirtschaftszahlen dieser Woche nicht wirklich vervollständigen können. Laut offiziellem Arbeitsmarktbericht lag der Stellenaufbau außerhalb der Landwirtschaft im Juli nur bei 162.000 Arbeitsplätzen. Damit blieb die Beschäftigungsdynamik hinter den Erwartungen der Finanzmarktakteure zurück, daneben es wurden auch noch die Angaben zum Stellenaufbau in Mai und Juni um insgesamt 26.000 Stellen nach unten revidiert. Positiv an den jüngsten Neuigkeiten vom Arbeitsmarkt ist der Rückgang der Arbeitslosenquote von 7,6 auf 7,4 Prozent, hier war ein weniger starker Rückgang erwartet worden. Eine weitere gute Nachricht ist die Tatsache, dass in der Industrie erstmals seit Februar neue Stellen geschaffen wurden. Angesichts der zuletzt verbesserten Stimmungsindikatoren für diesen Wirtschaftsbereich und der gestiegenen Auftragseingänge könnte dies der Hinweis auf eine Trendumkehr sein, das Stellenplus in Höhe von 6.000 fiel allerdings eher gering aus. Auch im öffentlichen Bereich setzte sich die Talfahrt bei der Zahl der Beschäftigten nicht weiter fort. In diesem Bereich wurden 1.000 neue Stellen geschaffen, nachdem seit Jahresanfang jedoch 23.000 Stellen abgebaut worden waren. Die große Masse der Arbeitsplätze wurde auch im Juli im Dienstleistungsbereich geschaffen. Auffällig ist hierbei, dass sich trotz einer leicht schwächeren Dynamik im Servicesektor der Aufwärtstrend im Einzelhandel weiter fortsetzte.

Auch wenn der Schwung am US-Arbeitsmarkt immer noch hinter dem Tempo früherer Erholungsphasen hinterherhinkt, so sind doch dem Jahreswechsel monatlich im Durchschnitt 192.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Die Arbeitslosenquote ist dadurch auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2008 gesunken. Wir rechnen auch in den kommenden Monaten mit einem ähnlich starken Stellenaufbau, so dass sich die Arbeitslosenquote zum Jahresende nahe der Sieben-Prozent-Marke befinden dürfte. Das deutlich verbesserte Industrieklima, die gute Stimmung im Bausektor und auch das Verbrauchervertrauen weisen auf ein Anziehen der gesamtwirtschaftlichen Dynamik hin. Die Spekulationen über den genauen Fahrplan der amerikanischen Zentralbank bezüglich der Rückführung ihrer Anleihekäufe haben heute neue Nahrung bekommen, nachdem die Notenbank Mitte der Woche noch darauf hingewiesen hatte, dass die Arbeitslosenquote zu hoch sei.

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