Gewinnschätzungen dürften Boden erreicht haben, weiteres Potenzial beim DAX

Der Aufschwung von rund 30%, den wir beim DAX in den vergangenen 12 Monaten gesehen haben, ist nicht gerechtfertigt, würde man nur auf die Entwicklung der Unternehmensgewinne schauen. Diese litten 2012 und auch im bisherigen Jahresverlauf 2013 unter der schwachen konjunkturellen Entwicklung in der EWU. Weil die Gewinnschätzungen zuletzt deutlich fielen und der Aktienmarkt stark anstieg, hat sich die Bewertung des DAX verteuert.Wer heute den DAX kauft, zahlt mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,8 mehr als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Wer zu diesem erhöhten Bewertungsniveau in den Markt einsteigt, hat nur noch eine relativ geringe Sicherheitsmarge für mögliche Fehlprognosen und steht im höheren Risiko als ein DAX-Käufer, der z.B. im Oktober 2012 bei 7.200 Punkten gekauft hat.

Allerdings stehen die Chancen recht gut, dass sich der Aufschwung auf Sicht der kommenden 12 Monate fortsetzen wird. Die globale Konjunktur dürfte sich im kommenden Jahr trotz der Sorgen um China deutlich beschleunigen. Davon sollten auch die Gewinnschätzungen profitieren. Anleger kaufen immer gerne dann, wenn die Gewinnschätzungen der Analysten nach oben revidiert werden und die Stimmung gut ist. Das könnte den DAX zur Jahresmitte 2014 auf 9.600 Punkte antreiben. Von der Zinsseite erwarten wir zunächst keine Gefahren. Wenn die Anleihenkäufe seitens des Fed gedrosselt werden, ist das kein „kalter“ Entzug mehr, sondern von langer Notenbankhand vorbereitet. Steigende Renditen führen zu Kursverlusten an den Rentenmärkten und diese könnten wiederum Anschlusskäufe am Aktienmarkt zur Folge haben. Der Katalysator einer sich beschleunigen Konjunktur 2014 kommt da sehr zupass. Anleger sollten jedoch nicht einfach kaufen, nur weil sie steigende Kurse erwarten. Schließlich kann man Unternehmen – im Gegensatz zu Rohstoffen oder Kunstgegenständen – intrinsisch bewerten. Und wer zu viel für Aktien zahlt, geht Risiken ein.

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