Irland: Normalität vor Augen

Nach fast drei Jahren unter dem Rettungsschirm von EWU und IWF soll Irland als erstes der geretteten Länder ab dem kommenden Jahr finanziell wieder auf eigenen Beinen stehen. Der Inselstaat, der 2010 aufgrund eines schwer angeschlagenen Bankensektors mit Hilfsgeldern in Höhe von 85 Mrd. Euro vor einer Staatspleite bewahrt werden musste, wird sich – wenn nichts Unvorhergesehenes mehr passiert – ab 2014 wieder ohne den doppelten Boden des Rettungsschirms selbst am Kapitalmarkt refinanzieren. Die Chancen, dass die Rückkehr zur Normalität gelingt, stehen nicht schlecht. Viele Indikatoren deuten auf eine Erholung der Wirtschaft sowie auf eine Gesundung des Haushalts hin.

Es ist allerdings nicht alles rosig im Land der grünen Weiten. Die größte Sorge Irlands schlummert in den Bilanzen der irischen Banken. Nach Angaben der irischen Zentralbank horten die Banken Hypothekenkredite in Höhe von 18,1 Mrd. Euro, die mehr als 90 Tage in Verzug sind. Auch die hohe Arbeitslosigkeit stellt das Land vor erhebliche Probleme. Trotz der Probleme darf Irland unserer Einschätzung nach mit Zuversicht auf das kommende Jahr blicken, da bestehende Probleme adressiert werden und –  wie zum Beispiel der Rückgang der Arbeitslosigkeit zeigt – der Trend bereits in die richtige Richtung weist. Auch der Bankensektor sendet Signale der Genesung.

Kurzum: Das kommende Jahr wird für Irland ein Jahr der Wahrheit. Verschlechtert sich das Marktumfeld nicht und fördert der Banken-Stresstest, der zu Beginn des kommenden Jahres ansteht, keine neuen Hiobsbotschaften zu Tage, wird das Land in absehbarer Zeit keine fremden Hilfsgelder mehr benötigen. Perspektivisch könnte Irland dann auch wieder in den Kreis der als Investment-Grade eingestuften Staaten zurückkehren.

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