Euroraum beendet Rezession, Erholung bleibt aber schwunglos

Wie die heute veröffentlichten Zahlen von Eurostat bestätigen, hat sich die Eurozone aus der längsten Rezession ihrer noch vergleichsweise kurzen Geschichte verabschiedet. Im zweiten Quartal verzeichnete die Eurozone nach eineinhalb Jahren erstmals wieder einen Zuwachs der Gesamtwirtschaftsleistung. Im Vergleich zum Vorquartal wuchs der Währungsraum um 0,3% und somit stärker als von den Analysten erwartet – die Konsensschätzung lag bei 0,2%. Obwohl dieser Zuwachs vor allem auf das starke Wachstum in Deutschland und Frankreich zurückzuführen ist (Deutschland wuchs in Q2 um 0,7% im Vergleich zum Vorquartal, Frankreich um 0,5%), gibt es zusätzliche Lichtblicke in den heute veröffentlichten Zahlen. So hat sich beispielsweise der Abstand zwischen den Wachstumszahlen in Nord- und Südeuropa nicht wesentlich vergrößert, sondern ist mitunter sogar zurückgegangen. Peripheriestaaten wie Spanien oder Italien haben das tiefste Tal der Rezession bereits klar hinter sich gelassen und sind ebenfalls nur noch geringfügig von positiven Wachstumszahlen entfernt. Das BIP Portugals hat im zweiten Quartal sogar überraschend um 1,1% zulegen können.

Das Wachstum in Deutschland wurde vor allem von dem robusten privaten Konsum hier im Lande getrieben, während in Frankreich neben der privaten Nachfrage zusätzlich der Außenhandel zu der vergleichsweise starken Beschleunigung der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal beitrug.

In den kommenden beiden Quartalen dürfte die Eurozone weiter wachsen, wobei die Wachstumsdynamik aber schwach bleiben wird. Aufgrund des schwachen Starts in das Jahr 2013 rechnen wir für das Gesamtjahr nicht mit einer positiven Wachstumszahl für die Eurozone. Erst in 2014 sollte das Wachstum im Euroraum wieder positiv sein.

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