Aktienmarktausblick 2014 bleibt positiv, kurzfristig dürfte die Unsicherheit jedoch zunehmen

Die rekordniedrigen Leitzinsen der weltweit größten Notenbanken haben den Risikoappetit der Anleger in den vergangenen Jahren steigen lassen. Neben Aktien und Rohstoffen profitierten insbesondere Emerging-Market-Anlagen von dieser Entwicklung. Nachdem jedoch US-Notenbank Chef Bernanke Mitte April den Anfang vom Ende der ultralockeren Geldpolitik in Aussicht stellte, kam es an den Märkten Zug um Zug zu Korrekturen. Gold, japanische Staatsanleihen, Rohstoffwährungen und die Anleihen- und Aktienmärkte der Emerging Markets kamen massiv unter Druck.

Auch wenn wir keinen „Spill-Over“-Effekt mit anschließender Korrektur an den Aktienmärkten der Industriestaaten erwarten, scheinen für eine Fortsetzung des jüngsten Kursaufschwungs an den etablierten Aktienmärkten nun kurzfristig die Kräfte zu fehlen. Unser DAX-Kursziel von 8.600 Punkten per Jahresende liegt in Reichweite. An den Börsen wurde in den Kursen vieles vorweggenommen, verbessert haben sich die Fundamentaldaten der Unternehmen jedoch nicht. Das wird sich in diesem Jahr auch nicht wesentlich ändern, denn der Tiefpunkt des konjunkturellen Wachstums wird in den meisten Industriestaaten im 2. oder 3. Quartal erreicht werden, entsprechend schwach werden die Unternehmensergebnisse zunächst noch ausfallen. Erst die Schlussquartalszahlen dürften die Analysten wieder positiv überraschen, allerdings wird über diese erst im Frühjahr 2014 berichtet werden.

Die weltweiten Volatilitätsindikatoren, welche die Stimmung der Marktteilnehmer wiedergeben, stehen auf Entspannung. Die Partystimmung könnte jedoch schon in den kommenden Wochen getrübt werden. Speziell die Folgen der im September anstehenden Ereignisse könnten Anleger auf frühes Glatteis locken: Dann könnte in den USA der geldpolitische Wechsel für Unruhe sorgen. Zudem dürfte in Europa das politische Fahrwasser nach der Bundestagswahl wieder rauer werden. Das Thema „Hilfe für Griechenland“ dürfte zügig auf die politische Tagesordnung und damit an die Märkte zurückkehren. Bundesfinanzminister Schäuble hat diesen Prozess bereits rhetorisch eingeleitet. Der gewählte Zeitpunkt dieser Ankündigung (vor der Bundestagswahl) ist ein Zeichen dafür, wie stark dieses Thema potenziell die Märkte bewegen kann. Die Elastizität der Aktienmarktpreise auf geldpolitische Entscheidungen und Rettungsmaßnahmen für Griechenland war schon in den vergangenen Jahren sehr hoch.

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