Aktienmärkte 2013: Glatteis- und Rutschgefahren diesmal schon im Herbst

Die Sorgen vor einem Militärschlag der USA und Großbritanniens in Syrien sowie die andauernde Unsicherheit über die zukünftige Geldpolitik in den USA haben zu Kursverlusten am Aktienmarkt und zu einer Fluchtbewegung in den Anleihenmarkt geführt. Gleichzeitig stieg der Rohölpreis sprunghaft an und auch Gold notiert wieder auf dem höchsten Stand seit vier Monaten.

Der weitere Fortgang der kriegerischen Aktivitäten in Syrien hängt von einer Vielzahl von Parametern ab und ist nicht vorhersehbar. Im Falle einer länger andauernden Kampagne ist allerdings damit zu rechnen, dass die Flucht in die „sicheren“ Häfen wie z.B. deutsche Bundesanleihen anhalten und sich Anleger vom Aktienmarkt fernhalten werden. Zum aktuellen Zeitpunkt gehen wir jedoch nicht von einer Ausweitung des Konfliktes aus.

Eine größere Wirkung auf die Kapitalmärkte hat nach wie vor die Frage nach dem Fortgang der US-Geldpolitik. Viele Marktteilnehmer scheinen weiterhin das anstehende „Tapering“ mit anstehenden Leitzinserhöhungen zu verwechseln. Wir gehen unverändert davon aus, dass diese Unsicherheit erst aus dem Markt verschwinden wird, wenn die Fed tatsächlich anfängt das Volumen der Anleihenkäufe Schritt für Schritt zurückzufahren.

Auch in Europa dürfte das Klima im Herbst wieder rauer werden. Griechenland muss die aktuelle Finanzierungslücke von rund elf Milliarden Euro schließen. Nach der Bundestagswahl werden die Diskussionen um das dritte Hilfsprogramm beziehungsweise einen möglichen Schuldenschnitt zügig an die Märkte zurückkehren – unabhängig davon, in welcher Zusammensetzung die neue deutsche Regierung gebildet werden wird.

Die anstehende Militärkampagne in Syrien, die Unsicherheiten bezüglich des weiteren Fortgangs der US-Geldpolitik und die Diskussion über einen griechischen Schuldenschnitt sind aktuell die großen Belastungsfaktoren für die Märkte. Dazu kommt als latente Gefahr der laufende Mittelabfluss aus den Emerging Markets, der die Realwirtschaft der Länder auf die Probe stellen könnte. Mit der anstehenden Ernennung eines neuen Fed-Präsidenten (Spätherbst), neuen Verhandlungen über die Obergrenze der US-Staatschulden (Oktober/November) und politischen Unwägbarkeiten in einigen EU-Staaten (z.B. Italien) dürften in den nächsten Wochen neue potenzielle Belastungsfaktoren diskutiert werden. Glatteis- und Rutschgefahren an den Aktienmärkten könnten in diesem Jahr deswegen schon im Herbst einsetzen.

Anleger sollten vor diesem Hintergrund ihre Depots bereits heute „wetterfest“ machen. Gleichzeitig sollten mittelfristig die Chancen im Auge behalten werden. Nach einer ausgeprägten Konsolidierungsphase dürfte es wieder attraktive Möglichkeiten zum Einstieg in den Aktienmarkt geben. Sollte z.B. die Regierung Merkel wiedergewählt werden, dürften sich die ohnehin verbessernden wirtschaftlichen Perspektiven der Euro-Zone zusätzlich aufhellen. Für die deutschen Unternehmen werden sich mit Blick auf 2014 die Gewinnperspektiven wieder bessern – gepaart mit niedrigeren Kursen ergäbe sich hier für Investoren eine gute Gelegenheit, Aktienpositionen zu günstigeren Konditionen auszubauen!

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