Deutschland wählt: Zahlen, Daten, Analysen – im Fokus Aktienmärkte

Deutschland steht mit der Bundestagswahl am 22. September vor einer wichtigen politischen Weichenstellung. Für die heimische Wirtschaftspolitik dreht sich die Debatte vor allem um steuer- und verteilungspolitische Fragen, im europäischen Rahmen geht es neben der Finanzmarktregulierung um die Ausgestaltung des weiteren Reform- und Konsolidierungsprozesses und die Verteilung der Finanzierungslasten auf die einzelnen Länder. Neben der Analyse der Wahlprogramme wollen wir einen Überblick über Umfragewerte und mögliche Regierungskonstellationen geben. Zudem werden die möglichen Auswirkungen auf den Aktienmarkt skizziert.

Auf Basis der Umfragen wird die nächste Kanzlerin wieder Angela Merkel heißen. Dabei könnte sie entweder ganz knapp zusammen mit den Liberalen eine Regierung bilden oder wie 2005 mit einer deutlichen Mehrheit zusammen mit der SPD regieren. Eine SPD-geführte Regierung ist möglich, sollte die FDP nicht in den Bundestag einziehen. Sollte schwarz-gelb weiterregieren, gehen wir von keinen wesentlichen Änderungen für die Unternehmen und den Aktienmarkt aus. Ein Regierungswechsel hin zu einer von der SPD geführten Regierung dürfte den Aktienmarkt – ähnlich wie 1998 und 2002 belasten. Auf Branchenebene würden tendenziell im Falle eines Regierungswechsels die Unternehmen der Sektoren Versorger, Finanzdienstleister und Immobiliengesellschaften mit stärkeren Veränderungen konfrontiert werden.

Die wirtschaftlichen Perspektiven der Euro-Zone dürften insgesamt durch eine Wiederwahl Merkels gestärkt werden. Für die deutschen Unternehmen hellen sich mit Blick auf 2014 die Gewinnperspektiven wieder auf. Zunächst dürfte das politische Fahrwasser innerhalb Europas aber wieder rauer werden. Nach der Wahl werden die Diskussionen um das dritte Hilfsprogramm und einen möglichen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland zügig auf die politische Tagesordnung und damit an die Märkte zurückkehren – unabhängig davon, in welcher Konstellation die neue Regierung gebildet wird. Sollte die Krise stärker als aktuell erwartet zurückkehren und auf die Realwirtschaft überspringen, drohen negative Konsequenzen für die deutschen Unternehmen und den Aktienmarkt.

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