Renditen dürften 2014 ihren Anstieg fortsetzen

Vor dem Hintergrund teils kräftiger Kursverluste am Rentenmarkt seit Anfang Mai haben wir aktuell an unserem Zinsausblick nur wenig geändert. Auf Sicht dreier Monate dürften sowohl die US- als auch die Bund-Renditen nochmals sinken. Auf einen mittel- bis längerfristigen Horizont rechnen wir dann wieder mit höheren Renditeniveaus. Für einen
nochmaligen Renditerückgang in den kommenden Wochen sprechen insbesondere die folgenden Gründe: Die US-Notenbank wird die um sich greifenden Leitzinserhöhungsängste weiter dämpfen wollen. Sie betont bereits jetzt, dass eine Rückführung ihrer Anleihekäufe keiner restriktiven Geldpolitik gleichkomme. Die Fed nimmt nach eigenen Aussagen lediglich den Fuß vom Gaspedal, bremst jedoch nicht. Wenn die Fed einmal den Einstieg in den Ausstieg bekannt gegeben haben wird, dürften sich die Ängste vor diesem Ereignis und damit die Volatilität an den Finanzmärkten ein Stück weit legen. Die wieder aufkommende Diskussion um die
US-Schuldenobergrenze sowie die wohl schwierigen Verhandlungen über die
Budgetplanungen für 2014 dürften die US-Treasuries vorübergehend stützen. Neben
sinkenden US-Renditen gibt es für die Bund-Renditen weitere Argumente, die zumindest kurzfristig für nochmals niedrigere Niveaus sprechen. Hierzu zählt die Möglichkeit einer weiteren EZB-Leitzinssenkung, die wir nach wie vor für denkbar, wenn auch nicht für zwingend notwendig halten. Potenzielle Rückschlagsgefahren im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise könnten die Risikowahrnehmung der Marktteilnehmer erhöhen und damit nochmals zu einer Flucht in die „sicheren Häfen“ führen.

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