Keine „Abkopplung“ der Bunds von den US-Treasuries, aber auch kein blindes Folgen

Während die Vereinigten Staaten bereits mehrere Quartale mit vergleichsweise ordentlichen Zuwachsraten beim Bruttoinlandsprodukt aufwarten, hat sich die Eurozone gerade erst aus der Rezession befreit. Der Rentenmarkt hat diese divergente transatlantische Entwicklung der Realwirtschaft feinfühlig in seine Notierungen eingebaut. Abzulesen ist dies nicht zuletzt an den Renditeaufschlägen zwischen den US-Treasuries und den deutschen Bundesanleihen. So hat sich im Zehnjahresbereich beim Renditeaufschlag zwischen den US-Treasuries und den deutschen Bundesanleihen, von einem Jahrestief per Januar bei 25 Basispunkten kommend, seit Anfang des Sommers eine Differenz von in der Spitze knapp 105 Basispunkten aufgetan. Diese „Outperformance“ der Bunds ist Anfang August zum Stehen gekommen; seither oszilliert der Zehnjahres-Transatlantikspread zwischen den Marken von 90 und 100 Basispunkten.

Untersuchungen des DZ BANK Research zeigen, dass speziell die Gegebenheiten am Arbeitsmarkt die Transatlantikspreads bestimmen. So sind in Zeiten einer niedrigen Arbeitslosenquote auf Euroraum-Ebene relativ zur sogenannten „inflationsstabilen Arbeitslosenquote“ regelmäßig vergleichsweise hohe Bund-Renditen zu beobachten. Umgekehrt herrschen am Markt für Bundesanleihen vergleichsweise hohe Anleihekurse und niedrige Renditen vor, wenn die Arbeitslosenquote nachhaltig über die „inflationsstabile Arbeitslosenquote“ hinausgeht. Vergleichbares gilt für die Vereinigten Staaten. Eine „Abkopplung“ der Bunds von den US-Treasuries steht allem Anschein nach einstweilen nicht auf der Tagesordnung. Wohl aber könnten die Renditen dies- und jenseits des Atlantiks nochmals ein Stück weiter auseinanderdriften. Wir setzen auf eine nochmalige Outperformance der Bunds und auf einen nochmaligen Anstieg der Transatlantikspreads entlang des Laufzeitenspektrums.

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