US-Dollar zwischen Fed und Flows

Die Aktion der US-Notenbank oder vielmehr ihre Entscheidung zur „Nicht-Aktion“ ist verständlicherweise die alles überlagernde Story der Woche. Nicht nur der Euro ist über die wichtige Marke von 1,35 USD gesprungen, der US-Dollar steht auf breiter Front unter Abgabedruck und die meisten der Schwellenmärkte profitieren von der Aussicht auf weiter billiges Geld. Die Hintergründe dazu sind bereits an anderer Stelle ausführlich erörtert worden, so dass wir uns einem anderen wichtigen Aspekt der USD-Analyse zuwenden können, der durch die Fed-Entscheidung völlig in den Hintergrund gedrängt wird: den Kapitalflüssen. In den sogenannten „TIC-Daten“ von Mai und Juni war die Panik ausländischer Investoren im Zuge der Tapering-Diskussionen klar abzulesen. Die schmerzhafte Korrektur am US-Rentenmarkt hatte zu einem Kapitalabfluss in Höhe von rund 114 Mrd. USD im zweiten Quartal geführt, davon allein 68 Mrd. USD aus US-Staatsanleihen. Dies weckte berechtigte Sorgen, ob ein Exit der US-Notenbank tatsächlich über den Transmissionsmechanismus höherer Zinsen zu einem festeren Dollar führen würde. Die jetzt frisch für Juli veröffentlichten Zahlen sind Balsam für die Wunden der USD-Bullen. Immerhin gab es ausländische Käufe von US-Treasuries in Höhe von +33,8 Mrd USD, so viel wie zuletzt im August 2012. Für Entwarnung ist es allerdings zu früh, da der übergeordnete Trend zum Kapitalabzug noch immer in Gang ist. Die Stabilisierung, die im Juli am Treasury-Markt zu beobachten war, hat den Wiedereinstieg ausländischer Investoren fraglos begünstigt. Gemessen an dem US-Renditeanstieg im August drohen schon bald wieder die Meldungen über Kapitalflucht die Oberhand zu gewinnen.

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