Von Lissabon bis Wien: Europaskepsis der Wähler wächst

In den letzten Tagen hat sich mehr denn je verdeutlicht, wie politikgetrieben die Finanzmärkte bleiben. Während der Fokus der Investorenschar nach der Bundestagswahl nun auf dem Budgetstreit in den USA und einem möglichen Ende der Regierung in Rom liegt, lohnt auch ein Blick auf die jüngsten Nationalratswahlen in Wien.

Eine Fortsetzung der großen Koalition aus SPÖ und ÖVP ist recht wahrscheinlich und hat auch am Finanzmarkt für wenig Überraschung gesorgt. Jedoch zeigt insbesondere der Zuwachs des rechten Lagers, das auch mit einem sehr europaskeptischen Kurs punkten konnte, dass die Krisenmüdigkeit der Geberländer zunimmt – eine Woche zuvor hatte das bereits das starke Abschneiden der AfD bei Bundestagswahl gezeigt.

Doch auch die Nehmerländer zeigen sich wenig zufrieden mit dem Status Quo: bei den zeitgleich abgehaltenen Lokalwahlen in Portugal wurde insbesondere die Partei von Regierungschef Coelho abgestraft, die trotz aller Widrigkeiten am Reformkurs der Troika festhält.

Auch wenn die Krisenbewältigungspolitik sowohl in den Programmländern als auch den haftenden Staaten weiter von einem recht breiten Konsens getragen wird, zeigen die jüngsten Wahlergebnisse einen Anstieg der Europaskepsis. Bessere Nachrichten, wie die jüngsten, zarten Anzeichen eines anziehenden Wirtschaftswachstums im Euroraum, tun daher Not – ihre Nachhaltigkeit bleibt jedoch fraglich.

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