Nominierung von Janet Yellen ist keine Überraschung

Präsident Barak Obama nominiert Janet Yellen zur Nachfolgerin von Ben Bernanke für das Amt des Notenbankpräsidenten. Nach dem überraschenden Verzicht des früheren Finanzministers Lawrence Summers im vergangenen Monat galt Yellen als Favoritin für die Nachfolge von Bernanke. Sie hat den Ruf einer hervorragenden Ökonomin. Die Yale Absolventin war unter anderem Dozentin in Harvard und Berkeley sowie wirtschaftspolitische Beraterin des Ex-Präsidenten Bill Clinton. Seit 2004 war sie Präsidentin der Federal Reserve of San Francisco. 2010 wurde sie zur Vize-Präsidenten der Fed ernannt und ist enge Vertraute von Ben Bernanke. Schwerpunkt ihrer Forschungsarbeiten ist vor allem der Arbeitsmarkt.

Sie gilt als Arbeitsmarktexpertin und geldpolitische „Taube“

Sie gilt gemeinhin als geldpolitische „Taube“, die für eine Fortsetzung des expansiven geldpolitischen Kurses von Ben Bernanke steht. Kritiker werfen ihr vor, dass sie sich zu einseitig auf den Arbeitsmarkt konzentrieren würde und den Inflationsgefahren zu wenig Beachtung schenken könnte. Allerdings führen ihre Unterstützer ins Feld, dass sie durch ihre jahrelangen geld- und wirtschaftspolitischen Erfahrungen ein sehr gutes Gespür entwickelt hat, was die wirtschaftliche Entwicklung anbelangt. Eine Analyse des Wall Street Journals zeigt, dass Yellen die beste Prognosegüte der Fed-Oberen besitzt. Seit 2009 lag Yellen beim Vergleich von 700 Prognosen auf Platz eins aller 14 Notenbanker des FOMC-Rates. Insofern dürften ihre Kritiker darauf vertrauen können, dass sie auch die Inflationsgefahren sehr gut abschätzen kann und damit beiden Ziele der Fed –Preisniveaustabilität und Wirtschaftswachstum – im Auge haben  wird.

Fortsetzung des geldpolitischen Kurses der Fed erwartet

Janet Yellen sieht in den aktuellen positiven Entwicklungen des US-Arbeitsmarktes bei gleichzeitig stabilen Preisen eine Bestätigung der momentanen Geldpolitik der Fed. Die letzten Aussagen von ihr machen deutlich, dass sie diese Politik auch vorerst fortsetzen wird. Sie sieht derzeit keine Inflationsgefahren und wird demnach den Arbeitsmarkt weiter stützen wollen. Bei einer aktuellen Arbeitslosenquote von 7,3% wird die Nullzinspolitik der Fed, allerdings gepaart mit einem langsamen Rückgang der Wertpapierkäufe, wohl wie von uns erwartet noch weiter anhalten.

Keine Änderung unserer Zinsprognose

Für uns stellt die Nominierung von Yellen also keinen geldpolitischen Kurswechsel dar. Aus diesem Grund halten wir an unserem Zinsausblick unverändert fest.

Entscheidung sorgt nur für geringe Marktbewegungen

Die Finanzmärkte reagierten überwiegend freundlich auf die Entscheidung des US-Präsidenten. Da diese Entscheidung allerdings mehrheitlich so erwartet wurde, fielen die Marktbewegungen insgesamt eher bescheiden aus. Am US-Rentenmarkt zeigte sich nur eine minimal steilere Kurve. Die zweijährigen US-Treasury Renditen gaben um rund zwei Basispunkte nach, wohingegen das lange Ende nahezu auf dem aktuellen Niveau verharrte. Der Bund Future stieg leicht an und drückt damit die zehnjährigen Renditen auf aktuell 1,78%.

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