Dilemma der Notenbanken

Die eine will früher austeigen, kann aber nicht. Die andere will sich länger Zeit lassen und kann ebenfalls nicht. Die Rede ist nicht etwa von unentschlossenen Reisegästen. Vielmehr skizziert es das aktuelle Dilemma zweier Notenbanken, die zu den einflussreichsten weltweit zählen: die Fed und die BoE. Auf der einen Seite die Fed, die gern Mitte nächsten Jahres bereits ihr Anleiheankaufprogramm ad acta legen würde, aber nicht kann, da das konjunkturbedingte Umfeld (weiterhin) nicht den Einschätzungen der Fed entspricht. Auf der anderen Seite die BoE, die ihre lockere Geldpolitik gern bis ins Jahr 2016 ausweiten würde, deren Einschätzungen über die britische Konjunktur aber von den Daten nicht mehr gänzlich getragen werden. Sowohl eine weiterhin expansive Fed, als auch eine restriktivere BoE zeigen bereits jetzt eine Gemeinsamkeit auf: schwächere Währungen und dadurch implizit, einen stärkeren Euro. Und hier kommt die EZB, als dritte (einflussreiche Notenbank) im Bunde, ins Spiel. Diese kann derzeit als einzige innerhalb dieses Trios an ihrem konsistenten geldpolitischen Bild festhalten. Weder hat sich die EZB in ihrer geldpolitischen Ausrichtung zeitlich, noch auf spezifische Schwellenwerte festgelegt. Allemal wichtiger erscheint jedoch der Fakt, dass sich konjunkturelle Prognosen der EZB mehr und mehr bewahrheiten. Dem Euro kommt dies nicht etwa zu Gute im Sinne von Stärke und Überlegenheit, viel mehr belässt dies den Status der Gemeinschaftswährung vorerst noch auf „Gewinner aus der USD-Schwäche“.

 

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