Reduzierung der Anleihekäufe erst 2014

„Tapering“ bleibt strikt datenabhängig

Der Offenmarktausschuss der Federal Reserve hat auf seiner Sitzung am 29./30. Oktober beschlossen, alles unverändert zu lassen. Insbesondere konnte sich die US-Notenbank nicht dazu durchringen, ihre Pläne hinsichtlich der Anleihekäufe zu präzisieren. Damit bleibt der Dezember-Termin zwar noch im Rahmen des Möglichen, wir halten jedoch eine Reduzierung der Anleihekäufe erst im März für wahrscheinlicher. Die Finanzmärkte haben auf das Fed-Kommuniqué insgesamt enttäuscht reagiert. Sowohl die Aktien- als auch die Rentenmärkte haben ins Minus gedreht. Wahrscheinlich hatten sich etliche Marktteilnehmer ein deutlicheres Commitment für ein „Tapering“ erst im kommenden Jahr gewünscht.

Da die Fed wie allgemein erwartet keine Ankündigung eines zügigen Kurswechsels hat verlauten lassen, ist eine Reduzierung der Anleihekäufe im Dezember unseres Erachtens vom Tisch. Die derzeitige wirtschaftliche Situation spricht für ein „Tapering“ im März. Wegen der zu erwartenden Nachholeffekte infolge der Schließung des US-Verwaltungsapparates rechnen wir im ersten Quartal mit einer konjunkturellen Beschleunigung. Die dann verbesserten Stimmungsindikatoren dürften auch den Tauben im FOMC-Rat die nötigen Argumente für eine Rückführung der Anleihekäufe geben. Daneben erhalten die Falken aufgrund der turnusmäßigen Rotation im Offenmarktausschuss zu Beginn des kommenden Jahres mehr Stimmrechte, so dass ein „Tapering“ im März denkbar erscheint.

Der Juni-Termin bleibt zwar ebenfalls eine Möglichkeit. Vielen Fed-Ökonomen dürfte dieser Termin vor dem Hintergrund von möglichen negativen Auswirkungen für die Finanzmärkte als zu spät erscheinen. So besteht die Gefahr, dass das Kaufprogramm der Fed zumindest in Teilbereichen des Finanzmarktes zu Übertreibungen führen wird mit der Gefahr einer anschließenden scharfen Korrektur.

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