Euro-Dollar: Was in zehn Tagen so alles passieren kann…

Der Euro würde die letzten zehn Tage sicherlich gerne vergessen. So fiel die Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar ausgehend von einem Zweijahreshoch über 1,38 USD zeitweise unter die Marke von 1,33 USD. Dabei jagte ein Schicksalsschlag den nächsten. Erst zeigten sich die Fed sowie die US-Einkaufsmanagerindizes für Oktober völlig unbeeindruckt vom Schuldenstreit und dem damit verbundenen „Government Shutdown“, wodurch der Greenback Auftrieb erhielt. Dann fügten sich Euro-belastende Faktoren nahtlos in diese Riege ein. Nachdem bekannt wurde, dass die jährliche Verbraucherpreissteigerung im Oktober auf den niedrigsten Stand seit Ende 2009 gefallen war, kamen bereits Spekulationen um eine expansivere Geldpolitik von Seiten der Europäischen Zentralbank auf. Den Zinsschritt im Rahmen der jüngsten Sitzung auf das historisch niedrige Niveau von 0,25% hatten die Marktteilnehmer dennoch kaum auf der Rechnung. Eine genauere Begründung, wieso eine Zinssenkung gerade jetzt sinnvoll und notwendig ist, nannte EZB-Präsident Draghi nicht. Medienberichten zufolge konnten die Argumente der Befürworter dieser Maßnahme jedoch nicht alle EZB-Ratsmitglieder überzeugen. Mindestens drei Währungshüter sollen sich gegen die Zinssenkung ausgesprochen haben. Diese erneut zu Tage tretende Uneinigkeit unter Europas Geldpolitikern dürfte dem Vertrauen in die Gemeinschaftswährung zudem nicht gerade zuträglich sein.

Für die Anhänger einer starken Gemeinschaftswährung gibt es unterdessen einen Hoffnungsschimmer. So gab der Euro auf die Neuigkeit, dass die Ratingagentur S&P die Bonität Frankreichs herabgestuft hat, nur kurzzeitig nach. Einige Devisenmarktteilnehmer dürften dies als Zeichen sehen, dass die Talfahrt erst einmal zu Ende ist und mit dem aktuellen Niveau die Basis für einen wiedererstarkenden Euro geschaffen wurde. Für alle anderen lässt sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen: Viel schlimmer als die letzten zehn Tage können die nächsten zehn für die europäische Gemeinschaftswährung kaum werden.

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