USA: Hohe Beschäftigungsdynamik trotz Haushaltskrise, aber die Arbeitslosenquote steigt

Trotz des „Shutdowns“ Anfang Oktober hat sich der Stellenaufbau in den Vereinigten Staaten im vergangenen Monat beschleunigt. Dies zeigt der heute veröffentlichte offizielle Arbeitsmarktbericht. Trotz der Schließung zahlreicher Bundeseinrichtungen für die Dauer von sechzehn Tagen wurde für den Oktober ein deutliches Plus von 204.000 neuen Stellen gemeldet. Auch für die Entwicklung des Arbeitsmarktes in den beiden vorangegangenen Monaten zeichnet die heutige Veröffentlichung ein recht positives Bild. So lag die Zahl der neuen Stellen im August und September insgesamt um 60.000 Stellen höher als zunächst gemeldet. Dies passt zu den gestrigen guten Daten über die gesamtwirtschaftliche Entwicklung: Danach wuchs die US-Wirtschaft im dritten Quartal annualisiert um 2,8 Prozent, nach einem Wachstum von 2,5 Prozent im zweiten Quartal.

Auch im laufenden Quartal dürfte die größte Volkswirtschaft der Welt ein ähnlich starkes Wachstum zeigen. Darauf weisen zahlreiche Frühindikatoren hin. Das Verbrauchervertrauen hat sich zwar zuletzt eingetrübt, liegt aber weiter auf einem recht hohen Niveau. Die Stimmung bei den Unternehmern scheint sogar schon fast immun gegenüber den politischen Auseinandersetzungen zu sein. Diesen Eindruck erwecken zumindest die Befragungen der Einkaufsmanager im Industriesektor und bei den Dienstleistern. Entgegen den Erwartungen verschlechterte sich das Wirtschaftsklima im Oktober nicht. Von der Fortsetzung der Erholung der US-Wirtschaft dürfte auch der Arbeitsmarkt weiter profitieren.

Zunächst dürfte der Stellenaufbau aber etwas verhaltener verlaufen als in den zurückliegenden Monaten, und auch der trendmäßige Rückgang der Arbeitslosenquote dürfte sich etwas verlangsamen (zuletzt war die Quote leicht auf 7,3 Prozent angestiegen). Auch wenn sich die Umfragewerte in der Wirtschaft nicht eingetrübt haben, dürften einige Unternehmer doch vorsichtiger agieren. So ist es ungewiss, wie sich der finanzpolitische Kurs weiter entwickeln wird.  Vorschläge für einen längerfristigen Schuldenabbau soll eine Kommission in den kommenden Wochen erarbeiten.

Dass es im Januar oder Februar mit dem Ablauf der nächsten Fristen im Haushalts- und Schuldenstreit noch einmal zu einer vergleichbar schweren Eskalation kommt wie zuletzt, halten wir für unwahrscheinlich. Dann sollte auch einer deutlichen Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt nichts mehr im Wege stehen.

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