Schlechte Noten für Hollande: Rating für französische Wirtschaft gesenkt

Da war es weg, das unscheinbare Plus, das nach wie vor hohe Wellen schlägt. Standard&Poor’s hat die Bonität Frankreichs von AA+ auf AA gesenkt. Ein denkwürdiges Zwischenzeugnis für die bisherige Regierungszeit des amtierenden Präsidenten Francois Hollande. Die Ratingagentur stellt klar, dass sie nicht vom Reformwillen der Franzosen überzeugt ist. Bisher fehle es an notwendigen Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Ausweitung des Wachstumspotentials.

Die Schulden Frankreichs sind mit rund 95 Prozent des Bruttoinlandsproduktes deutlich zu hoch. Auch das Versprechen, den Schuldenanstieg von 2015 an mit Ausgabenkürzungen zu bekämpfen, klingt eher unglaubwürdig.  Denn bislang scheinen sowohl der politische Wille als auch die Durchsetzungskraft  für die notwendigen Reformen zu fehlen. Somit ist mittelfristig beim Wachstum, am Arbeitsmarkt oder bei der Höhe des Schuldenbergs wohl kaum eine spürbare Verbesserung zu erwarten.

Hinzu kommt, dass die ohnehin geschwächte Unterstützung aus dem eigenen Volk aufgrund der hohen und steigenden Arbeitslosigkeit weiter abnehmen dürfte. Die geringe Popularität Hollandes dürfte es ihm immer schwerer machen, den großen Wurf zu wagen. Am Ende wird es wohl bei kleinen „Reförmchen“ bleiben, die nicht über ein Kratzen an der Oberfläche hinausgehen. Frankreich läuft Gefahr, sich auf längere Sicht zum größten wirtschaftlichen Risiko für den Euro-Raum zu entwickeln.

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