Aktuelle Schwäche der Norwegischen Krone übertrieben

Die Norwegische Krone ist gegenüber dem Euro gestern vorübergehend auf den tiefsten Stand seit Ende 2009 gefallen. Auslöser für die jüngste Talfahrt war paradoxerweise die von Seiten der EZB vorgenommene Leitzinssenkung, die entsprechende Erwartungen gegenüber der Norges Bank aufkommen ließ. Verschärft wurde die Dynamik durch eine niedrige Inflationsrate im Nachbarland Schweden sowie durch Aussagen des Zentralbankvorsitzenden Olsen, wonach die Norges Bank das internationale Zinsniveau bei ihren Entscheidungen berücksichtigen werde. Darüber hinaus trennte sich ein brasilianisches Unternehmen in größerem Umfang von Anteilen am Aluminiumkonzern Norsk Hydro, was den Abgabedruck auf die Krone zusätzlich verschärft hat. Zwar dürfte die jüngste Schwächephase noch nicht zu Ende sein. So deuten die technischen Tages- und Wochenindikatoren doch auf eine weitere Abwertung der Krone hin. Die in den letzten Tagen zu beobachtende Kursbewegung sollte sich unseres Erachtens jedoch als übertrieben herausstellen. So wurde die „niedrige Inflationsrate“ Norwegens zum Teil herangezogen, um die Schwäche der Krone zu rechtfertigen. Dabei lag die Preissteigerung zuletzt im Bereich der Erwartungen und mit 2,4% (J/J) weiterhin auf einem soliden Niveau. Zudem kletterte der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im Oktober auf den höchsten Stand seit Mitte 2012 und bestätigt damit den erwarteten konjunkturellen Aufschwung im vierten Quartal. Mit Blick auf die nächsten Wochen sollten insbesondere die BIP-Daten für das dritte Quartal (19. November) sowie die Notenbanksitzung Anfang Dezember im Auge behalten werden.

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