Slowenien: Banken kommen Staat teuer zu stehen

Der slowenische Zentralbankchef hat heute das mit einiger Spannung erwartete Ergebnis des landesweiten Banken-Stresstests bekannt gegeben. Demnach benötigen die acht größten Banken Sloweniens insgesamt knapp 4,8 Mrd Euro an frischem Kapital. Der Umfang notleidender Kredite in den Bilanzen betroffener Banken war seit Jahresbeginn um eine Milliarde auf fast acht Milliarden Euro angestiegen, was wiederum einem Fünftel des slowenischen BIP entspricht. Der Staat wird zur Rekapitalisierung der drei staatseigenen Banken alleine rund drei Milliarden Euro aufwenden müssen, wobei circa zwei Milliarden direkt in Form liquider Mittel bereitgestellt werden. Sobald die EU-Kommission ihr Einverständnis gibt, werden die NLB (Nova Ljubljanska Banka), die NKBM (Nova Kreditna Banka Maribor) und die Abanka umgehend rekapitalisiert. Es kann davon ausgegangen werden, dass diesbezüglich bereits in den nächsten Tagen grünes Licht gegeben wird. Die Tier-1-Quoten der drei Banken könnten nach der Rekapitalisierung auf ungefähr 15% steigen. Rund 1,6 Mrd. Euro der ausfallgefährdeten Kredite der Staatsbanken sollen in eine Bad-Bank übertragen werden, wobei geplant ist, dass die Bad-Bank zur Finanzierung vom Staat besicherte Anleihen begeben wird. Außerdem wird der Staat 200 Millionen Euro direkt zur Finanzierung der Bad-Bank bereitstellen.

Slowenien wird die Rakapitalisierung seiner angeschlagenen Banken aller Voraussicht nach aus eigener Kraft stemmen können. Gestern konnte die slowenische Finanzagentur bereits erfolgreich eine Milliarde Euro am Primärmarkt aufnehmen und somit die Liquiditätsreserven entsprechend erhöhen. Im ersten Quartal ist eine weitere Emission einer Benchmark-Anleihe geplant. Nach eigenen Angaben verfügt Slowenien derzeit über liquide Mittel in Höhe von 4,7 Mrd. Euro. Nach der Rekapitalisierung dürfte die Staatsverschuldung Sloweniens auf 75,6% des BIP ansteigen.

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