Befragung der Einkaufsmanager im Dezember: Frankreich fällt weiter zurück

Die Konjunkturentwicklung in Deutschland und im Währungsraum ist zum Ende des vierten Quartals erfreulich. Zu diesem Ergebnis kommt die Befragung der Einkaufsmanager im Euro-Raum im Dezember. Doch während im gesamten Währungsraum die Produktion steigt, zeigt die französische Volkswirtschaft weiterhin deutliche Schwächen. Gerade die Lage in der Industrie verschlechtert sich weiter.

Der Gesamtindex für den Euro-Raum, gebildet aus Indizes der beiden Teilbereiche Industrie und Dienstleistungen, stieg von 51,7 auf 52,1 Indexpunkte. Er verbleibt den sechsten Monat in Folge über der neutralen Marke von 50 Punkten, ab der eine Ausweitung der Produktion in der privaten gewerblichen Wirtschaft erwartet werden kann. Während die Aktivität bei den Dienstleistern etwas geringer stieg als im Vormonat, nahm sie im Industriebereich deutlich zu. Die gesamte Wertschöpfung des Währungsgebiets legt demnach weiter zu und ein Rückfall in die Rezession ist unwahrscheinlich.

In Deutschland nahm der Gesamtindex um 0,2 Punkte auf 55,4 Indexpunkte ab. Der Dienstleistungsbereich expandierte in etwas geringerem Tempo, die Industrie legte dagegen deutlich zu. Beide Indizes bewegen sich aber weiter oberhalb der Marke von 50 Indexpunkten. Die private gewerbliche Wirtschaft in Deutschland hat demnach zum Ende des vierten Quartals weiter zugelegt und zeigt sich robust.

Die französischen Einkaufsmanager bewerten die Lage noch pessimistischer als in den Vormonaten. Der Gesamtindex sank von 48,0 auf 47,0 Punkte und markiert damit den tiefsten Stand seit sieben Monaten. Die französische Volkswirtschaft befindet sich damit unterhalb der neutralen Marke von 50 Punkten. Die gesamtwirtschaftliche Produktion dürfte also sinken. Sowohl der Dienstleistungsbereich als auch der Industriesektor verzeichneten deutliche Rückgänge. Nach Angabe der Einkaufsmanager drosseln sinkende Aufträge die Produktion und führen zu weiterem Stellenabbau. Insgesamt verschärft sich dadurch der Trend, dass die französische Volkswirtschaft der Entwicklung der Währungsraums hinterherläuft. Während die EWU sich weiter aus dem Tal der Rezession herausarbeitet, droht Frankreich immer mehr den Anschluss zu verlieren.

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