Fed: Einstieg in den Ausstieg

Die US-Notenbank wagt den ersten Schritt

Die Angst ist nun vom Tisch. Die Fed hat sich entschieden, ihre Geldpolitik ab Januar weniger expansiv auszurichten und ist damit den ersten kleinen Schritt in Richtung Drosselung ihrer Wertpapierkäufe gegangen. Mit Beginn des kommenden Jahres werden die Währungshüter jeweils 5 Mrd. US-Dollar weniger an Staatsanleihen und an hypothekengedeckten Anleihen kaufen. Die Fed-Ökonomen haben zur Begründung ihrer Entscheidung insbesondere auf die verbesserten Bedingungen auf dem US-Arbeitsmarkt verwiesen.

Das zweite wichtige Ereignis des gestrigen Abends war, dass die Forward Guidance angepasst wurde. So betonen die Währungshüter nun, dass der Leitzins auch dann noch niedrig bleiben könne, wenn die Arbeitslosenquote, von oben kommend, die Schwelle von 6,5% erreicht haben wird. Die dritte wichtige Information betraf die weitere Vorgehensweise der US-Notenbank bezüglich ihrer Anleihekäufe. So werden die Fed-Verantwortlichen auf den kommenden Treffen des Offenmarktausschusses wohl weitere Verringerungen der Kaufvolumina beschließen, jeweils in moderatem Ausmaße, sofern sich die positive realwirtschaftliche Entwicklung fortsetzt.

Die weitere Zügelung der sehr lockeren Geldpolitik überlässt der am 31. Januar aus der US-Notenbank scheidende Bernanke seiner Nachfolgerin Janet Yellen. Ganz klar wollte sich Bernanke nicht zu einer Präzisierung ihrer Geldpolitik hinreißen lassen. Damit rückt die Fed ein Stück weit von ihrem eigenen Ziel ab, ein möglichst hohes Maß an geldpolitischer Transparenz zu garantieren.

Der Grundstein für eine weitere Reduzierung der Anleihekäufe im kommenden Jahr ist mit der gestrigen Entscheidung gelegt. Dank einer weiterhin niedrigen Inflationsrate hat der Druck auf die Fed abgenommen, die Anleihekäufe möglichst schnell komplett einzustellen. Dafür spricht auch, dass die designierte Fed-Chefin als geldpolitische „Taube“ gilt. Die Rückführung der weiteren Anleihekäufe dürfte unseres Erachtens somit sehr langsam vorangehen und gegen Ende des kommenden Jahres ihren Abschluss finden.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *